18.03.2008, 12:37

pte

Studie

Innovation ohne Ziele

Eine Untersuchung der Unternehmensziele in Deutschland, Österreich und der Schweiz ergab, dass zwei Drittel der Betriebe nur wage Vorstellungegen haben, wie ihr Wachstum angekurbelt werden kann und Innovationen von morgen aussehen sollen.

Wie die österreichische Beratergruppe Neuwaldegg aufzeigt, bezeichnen sich zwar zwei Drittel der DACH-Unternehmen als innovativ, dennoch wollen nur 30 Prozent über neue Geschäftsfelder mit bestehenden Kunden wachsen. Die Innovationskraft von Unternehmen ist an das eigene Humankapital gebunden. Trotz des Fachkräftemangels, der von rund 33 Prozent der deutschen Mittelstandunternehmen als Wachstumshindernis bewertet wird, verfolgen 81 Prozent keine klare Profilierung als attraktive Arbeitgeber (Employer Branding).
"In den letzten Jahren hat sich in punkto Innovationsmanagement bei Unternehmen zwar vieles weiterentwickelt, es gibt aber nach wie vor eine Fülle von Verbesserungsmöglichkeiten", meint Michael Moeller, geschäftsführender Gesellschafter der Beratergruppe Neuwaldegg, im Gespräch mit pressetext. In Hinblick auf andere Management-Bereiche, wie zum Beispiel Qualitätsmanagement, hinke Innovationsmanagement deutlich hinterher. Dennoch sei das Anstreben von Innovationen nicht in jeder Unternehmenslage sinnvoll, wie der Berater betont. "Die wenigsten Unternehmen beschäftigen sich intensiv genug mit der Frage, wie Innovation grundsätzlich funktioniert und wie sie gesteigert werden kann. Es wird definitiv zu wenig auf die Ideen von Mitarbeitern eingegangen. Betriebe könnten von den Vorschlägen ihres Personals stark profitieren, würden sie darauf hören", erklärt Moeller.
Um neue Marktsegmente oder Nischen erschließen zu können, was rund 43 Prozent der DACH-Unternehmen anstreben, ist in erster Linie Fachpersonal von Nöten. Im Personalmarketing ist ein systematisches Employer-Relationship-Management erforderlich, um sich selbst als starke Arbeitgebermarke zu positionieren, so das Management-Beratungsunternehmen BBDO Consulting. "Ohne eine klare Profilierungsstrategie als Arbeitgeber verschenkt der Mittelstand seine Chancen im Wettbewerb um die besten Köpfe und bremst sein wirtschaftliches Wachstum bereits jetzt", heißt es in einer Aussendung von BBDO Consulting.
43 Prozent der Manager in der DACH-Region zählen ihr eigenes Unternehmen zu den innovativsten ihrer Branche. Besonders die Schweizer Manager sehen sich mit 80 Prozent in innovativen Betrieben gut aufgehoben, während sich in Deutschland 66 und in Österreich nur 57 Prozent für innovativ halten. Innovation ist 36 Prozent der deutschen und Schweizer Top-Manager zwar wichtig, hat aber nicht oberste Priorität, was in Österreich sogar auf 56 Prozent zutrifft. Die Risikobereitschaft zu strategischen Experimenten liegt im deutschen Sprachraum bei nur neun Prozent, wobei sich Unternehmen aus Deutschland mit 14 Prozent vornehmlich aus dem Tourismus- und Freizeitsektor oder der Informations- und Consultingbranche als besonders risikofreudig zeigen. (pte)
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