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Studie: Illegaler Musik-Download steigt weiter

15.10.2004 | 10:26 Uhr |

Die Zahl der deutschen Anwender, die sich in den letzten zwölf Monaten Musik aus illegalen Quellen heruntergeladen haben, hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

In den vergangenen zwölf Monaten haben 26,2 Prozent der deutschen Bevölkerung zwischen 14 und 64 Jahren Musik aus dem Internet heruntergeladen. Vor einem Jahr lag diese Zahl noch bei 11,9 Prozent. Dies geht aus einer Allensbach-Studie hervor.

Zwar stieg auch die Zahl derjenigen Nutzer, die sich bei legalen Diensten versorgten, doch konnte in diesem Bereich nur ein geringfügiges Wachstum von 3,2 auf 4,1 Prozent festgestellt werden.

Mit dieser Entwicklung geht laut Allensbach die Verbreitung von tragbaren MP3-Playern einher. So habe sich der Besitz dieser Geräte in den Haushalten von 2,1 Prozent im Jahr 2002 auf 9,3 Prozent im Jahr 2004 mehr als vervierfacht, so die Studie. Diese Technik ist dabei vor allem bei Jugendlichen beliebt. Während noch vor einem Jahr nur elf Prozent der Unter-20jährigen einen MP3-Player besaßen, liegt die Zahl aktuell bei 24 Prozent. Darüber hinaus planen 14 Prozent der Jugendlichen die Anschaffung eines solchen Gerätes.

Auch die Ausstattung deutscher Haushalte mit CD- und DVD-Brennern wurde von den Wissenschaftlern unter die Lupe genommen. So verfügen aktuell 38,2 Prozent der deutschen Bevölkerung über einen CD- und 14,1 Prozent über einen DVD-Brenner.

Problematisch an der Studie sind mehrere Punkte: Zum einen ist nicht klar, ob sich die 26,2 Prozent derjenigen Anwender, die sich Musik aus dem Netz herunterladen, ausschließlich aus illegalen Quellen bedienen. Mittlerweile gibt es auch einige Angebote, die kostenlos und legal Musik anbieten, wie zum Beispiel Mercedes Benz ( wir berichteten ).

Zum anderen wird in der Studie unterschwellig die steigende Verbreitung von CD-/DVD-Brennern damit begründet, dass Personen, die keinen MP3-Player haben, die Musik aus dem Netz auf CDs oder DVDs brennen. Dabei bleibt außen vor, dass aktuelle PCs oder Komplettrechner, die die alte Hardware-Ausstattung ersetzen, nahezu ausschließlich mit solchen Laufwerken verkauft werden.

Ebenfalls außen vor bleibt die Frage, ob die - sich mutmaßlich aus illegalen Quellen bedienenden - Anwender ihr Kaufverhalten bei Musik-CDs eingeschränkt haben, oder nicht.

Für die Untersuchung wurden nach einem Quoten-Auswahlverfahren 10.287 Personen befragt. Die komplette Studie finden Sie hier .

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