122298

IT-Chefs haben wenig zu melden

18.03.2008 | 11:22 Uhr |

Größere Unternehmen haben einen Chief Information Officer (CIO) als obersten IT-Chef. Doch beim Unternehmensvorstand finden die IT-Chefs oft kein Gehör, obwohl die IT wesentlich zum Unternehmenserfolg und zur Sicherheit des Unternehmens beiträgt.

Laut einer aktuellen Umfrage des IT-Sicherheitsspezialisten McAfee spielen die IT-Leiter oder „Chief Information Officers“ in Europas Vorständen noch immer die zweite Geige. Nur 47 Prozent der Chefinformatiker verschaffen sich auf Vorstandssitzungen mit Fachthemen Gehör. In fast der Hälfte der Unternehmen geht die Initiative zu EDV-Projekten vom Vorstandschef oder Geschäftsführer aus. In einem Fünftel der Fälle tritt sogar der Finanzvorstand als Sprecher der IT-Abteilung auf - also die Person, die im Zweifelsfalls die finanziellen Mittel für die IT-Abteilung kürzt.

Die Hauptaufgabe der Informatiker sieht jeweils ein knappes Drittel der Umfrageteilnehmer in der Sicherung der Netze und Systeme beziehungsweise in der Schaffung der technischen Voraussetzungen für Umsatzwachstum. Immerhin 83 Prozent gaben an, diese größere Verantwortung verschaffe dem IT-Leiter im Vorstand mehr Respekt; ein Viertel meint sogar, das Verhältnis zwischen CIO und Geschäftsleitung habe sich in den letzten beiden Jahren deutlich verbessert.

Den schwersten Stand haben EDV-Leiter der Studie zufolge gegenüber den Finanzvorständen, von denen 86 Prozent die IT lediglich als dienende Funktion bewertet. Keiner der kaufmännischen Leiter schrieb der IT-Abteilung direkte Umsatzverantwortung zu. Vielmehr erwarten 71 Prozent dieser Gruppe von den Informatikern in erster Linie System- und Netzsicherheit.

Nicht ganz ein Viertel der befragten Firmen sieht sich wegen der angespannten Wirtschaftslage außerstande, ihre Ausgaben für die Risikovorsorge in den nächsten zwölf Monaten aufzustocken. Bei 30 Prozent bleiben die Investitionen in die Einhaltung von Rechtsvorschriften und Branchenstandards (Compliance) unverändert. Gleichwohl rechnen 82 Prozent der Umfrageteilnehmer in den nächsten Jahren mit einer weiteren Zunahme der Regelungsdichte. Für die IT-Abteilung heißt das, dass sie im Wesentlichen mit denselben knapp bemessenen Mitteln mehr Aufgaben bewältigen muss.

Die Daten wurden im November 2007 unter 185 Spitzenkräften mehrerer Branchen aus Europa, Nahost und Afrika erhoben. 82 Prozent der Befragten sind auf der Vorstandsebene tätig. Bei gut einem Drittel handelt es sich um Vorstandsvorsitzende oder Geschäftsführer, bei 30 Prozent um IT-Leiter.

0 Kommentare zu diesem Artikel
122298