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Green IT spart Geld und stärkt Standort Deutschland

12.02.2008 | 09:19 Uhr |

Als Werbe-Slogan werden Schlagworte wie "Green IT" oder "CO2-Reduzierung" von Unternehmen gerne benutzt, um gegenüber den Verbrauchern ökologisches Verantwortungsbewusstsein zu demonstrieren. Doch hat Green IT eigentlich auch direkte Vorteile für Unternehmen, die ihren CO2-Ausstoß reduzieren? Können umweltbewusste Firmen Green IT in klingelnde Münze umwandeln? Eine Studie der Unternehmensberatung A.T.Kearney versucht das zu beweisen.

Green IT hat zwei Seiten: Einmal die Verbraucherseite und einmal die Unternehmenseite. Ersteres umfasst beispielsweise Hardware-Produkte, die frei von Giftstoffen sind. Oder besonders stromsparende Rechner. Unternehmen, die solche Green IT-Produkte verkaufen, hoffen darauf, dass umweltbewusste Käufer zugreifen und für den praktizierten Umweltschutz auch bereit sind, etwas mehr zu bezahlen.

Auf der Unternehmenseite sieht Green IT etwas anders aus. Wenn Unternehmen wie Strato damit werben, dass ihre Rechenzentren besonders wenig Strom benötigen oder sie künftig generell ihren Stromverbrauch senken wollen – wie Hewlett-Packard - so spielen dabei zwei Beweggründe eine Rolle: Weniger Stromverbrauch bedeutet automatisch weniger Stromkosten - die Firmen sparen also Geld. Und Green-IT ist gut fürs Firmen-Image. Die sonst oft als Umweltsünder bezeichneten Firmen können sich als Umweltschützer darstellen und somit etwas für Ihre Außendarstellung tun. Diese Unternehmensseite von Green IT hat die Studie "Von Green IT zu Green Business" der Unternehmensberatung A.T.Kearney genauer unter die Lupe genommen.

Letztendlich werden Unternehmen Green IT nur umsetzen, wenn es sich für sie in irgendeiner Weise lohnt. Das "lohnen" kann beispielsweise in der Reduzierung der Ausgaben für Strom bestehen - dann spart die Firma, die Green IT umsetzt, bares Geld. Green IT kann aber auch zur Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit benutzt werden, ein Unternehmen kann sich also als umweltbewusst präsentieren und so sein Image aufpolieren. In der Hoffnung, dass das die Kunden honorieren. Unter Umständen kann Green IT sogar selektierend bei der Auftragsvergabe durch staatliche Stellen in Erscheinung treten: In den USA gibt es beispielsweise laut A.T. Kearney bereits öffentliche Ausschreibungen, bei denen sich nur Firmen bewerben dürfen, die Fortschritte bei der Reduzierung ihres CO-Verbrauchs vorweisen können. In den meisten Fällen dürften aber in der Tat die geringeren Stromkosten ausschlaggebend dafür sein, dass ein Unternehmen versucht, den eigenen CO-Ausstoß zu senken.

Die CO-Reduktion im Bereich der IT (CO, das durch IT erzeugt wird, nennt man übrigens COe) ist gerade deshalb so wichtig, weil Marktforscher einen stark steigenden Strombedarf durch IT-Infrastrukturen prognostizieren. Nimmt man das Jahr 2000 als Ausgangsbasis so dürfte der CO-Ausstoß durch den Betrieb von IT-Anlagen bis zum Jahr 2020 um 212 Prozent steigen. Im gleichen Zeitraum wollen aber die Bundesregierung und die EU den CO-Ausstoß deutlich senken: Von 1990 bis 2020 sollen es 40 Prozent weniger werden.

Insbesondere dank des zunehmenden Internethandelns entwickeln sich große Rechenzentren mit ihren Serverparks zu regelrechten Stromvernichtern, die locker auf den Stromverbrauch einer Kleinstadt kommen können. Hier heißt es gegenzusteuern, um in der Öffentlichkeit nicht als schwerer Umweltsünder dazustehen. Das meint zumindest A.T. Kearney. Bereits jetzt entspricht die CO-Produktion der IT-Infrastruktur mit circa 600 Millionen Tonnen dem CO-Ausstoß von ca. 320 Millionen Kleinwagen. Sie verursacht damit rund zwei Prozent des weltweiten CO-Ausstoßes. Zur Kompensation wären 60 Milliarden Bäume erforderlich.

Um den COe-Ausstoß zu senken, sind beispielsweise innovative Kühlkonzepte für die Server gefragt. So sollte man nicht mehr den gesamten Serverraum kühlen, sondern nur noch die konkreten Racks. Green Sourcing ist ein weiterer Lösungsansatz - Unternehmen lagern ihren gesamten Serverpark an spezialisierte Firmen aus.

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