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Studie: Filter-Software unzuverlässig

27.03.2002 | 11:34 Uhr |

Schutzprogramme, die Kinder davon abhalten sollen, unerwünschte Websites im Internet aufzusuchen, stehen schon länger wegen ihrer mangelhaften Zuverlässigkeit in der Kritik. Jetzt bestätigt eine australische Studie erneut diese Zweifel: Filterprogramme bieten keinen ausreichenden Schutz gegen schlechten Content.

Schutzprogramme, die Kinder davon abhalten sollen, unerwünschte Websites im Internet aufzusuchen, stehen schon länger wegen ihrer mangelhaften Zuverlässigkeit in der Kritik (PC-WELT berichtete). Jetzt bestätigt eine australische Studie diese Zweifel.

Hierzu testete die Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) im Auftrag der Australian Broadcasting Authority und Netalert 14 Filterprogramme mit 900 Websites aus 28 verschiedenen Kategorien. Das Fazit der Untersuchung: Filterprogramme haben schwerwiegende Mängel. Zwar würde diese Software immer weiter entwickelt werden, doch der zahlenmäßige Umfang des Internets und die Geschwindigkeit, mit der es sich verändert, setzen der Effizienz der Filterprogramme Grenzen.

Viele Filtersysteme suchen auf den Websites nach bestimmten Schlüsselwörtern und kombinieren diese mit einer Analyse des Servers von dem die Website stammt. Ein weiteres Kriterium ist die Menge an nackter Haut, die auf den Bildern einer Website vorkommen. Letztere Methode ist jedoch besonders fehleranfällig. So wurde einmal in einem schon länger zurückliegenden Fall eine seriöse Website durch ein Filterprogramm gesperrt, weil es dort angeblich zuviel nackte Tatsachen zu sehen gäbe. Der Besitzer der Website, auf der es keinerlei erotische Darstellungen gab, forschte verblüfft nach. Das Ergebnis: Das Filterprogramm blockierte den Zugang zur Seite wegen eines Fotos, auf dem ein Mann mit "viel" nackter Haut zu sehen war. Mit Pornografie hatte das jedoch nichts zu tun - der Mann hatte eine Glatze.

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