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Studie: Filesharing kostet Filmbranche Millionen

10.10.2007 | 08:55 Uhr |

Eine aktuelle Studie beziffert den jährlichen Verlust der deutschen Filmindustrie durch Filesharing auf über 190 Millionen Euro.

Forscher der Bauhaus-Universität Weimar und der Universität Hamburg haben in einer nach eigenen Angaben unabhängigen Studie festgestellt, welche Auswirkungen illegales Filesharing auf die deutsche Filmindustrie hat. Demnach schadet der Online-Datentausch allen Bereichen, vom DVD-Verleih bis hin zu den Kinos. Letzteren entgehen laut den Wissenschaftlern 12,6 Prozent potenzieller Kunden, was rund 90 Millionen Euro Umsatz pro Jahr entspricht. Verleihumsätze würden ohne illegale Download rund 11 Prozent höher liegen, hier soll der jährliche Verlust bei rund 28 Millionen Euro liegen. Weitere 71 Millionen Euro Minus sind auf 15 Prozent weniger DVD-Verkäufe zurückzuführen, insgesamt beziffert die Studie die entgangenen Einnahmen auf rund 193 Millionen Euro.

Laut den Wissenschaftlern liegt eines der Hauptprobleme im „Sammeltrieb“ der Anwender. Je mehr die Nutzer illegale Filmkopien als Sammelobjekt sehen, desto häufiger werden Kopien aus dem Netz gezogen statt regulär erworben oder im Kino angesehen. Abschreckend seien zudem die hohen Nebenkosten eines Kinobesuchs, die beispielsweise durch hohe Preise für Knabbereien oder Parkplätze schnell auf „astronomische Beträge“ wachsen. Die Forscher halten außerdem die Kampagnen der Filmindustrie gegen illegale Kopien für falsch aufgestellt. Hierzulande oft beschworene rechtliche Konsequenzen („Raubkopierer sind Verbrecher“) des Konsums von Filmkopien hätten demnach keine Auswirkung auf die Filesharing-Nutzung. Die Wissenschaftler halten Appelle an das schlechte Gewissen der Konsumenten, wie beispielsweise vom britischen Filmwirtschaftsverband umgesetzt, für deutlich wirksamer.

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