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Die Schneckenpost ist trotz E-Mail kerngesund

07.04.2008 | 13:29 Uhr |

Von der Dienstleistung rund um den Brief profitieren vor allem Spezialisten für Direktmarketing. Und die Zukunft ist alles andere als papierlos.

Der Markt rund um den Brief ist milliardenschwer und noch dazu kerngesund. Das ergab in Kürze eine Studie im Auftrag der Bundesnetzagentur, die die MICUS Management Consulting GmbH aus Düsseldorf durchgeführt hat. In diesem Rahmen sollten erstmals Marktzahlen zu den vor- und nachgelagerten Märkten des Postsektors ermittelt werden. Untersucht wurden im Einzelnen die Bereiche Direct Mail, Transaktionsdruck, Adress-Management sowie Poststellen-Outsourcing.

Danach hatte Gesamtmarkt für vor- und nachgelagerte Dienstleistungen des Briefversands im Jahr 2005 ein Volumen von über 16 Milliarden Euro. Über 90 Prozent davon werden von Unternehmen aus dem Direkt-Mail- und Transaktionsdruck-Sektor erwirtschaftet. In allen genannten Marktsegmenten nehmen vier bis fünf Unternehmen eine quasi marktbeherrschende Stellung ein. So bedienen im Segment Direct Mail beispielsweise fünf Unternehmen über 50 Prozent des Marktes.

Neben den Marktführern tummeln sich hierzulande laut Untersuchung einige Hundert Klein- und Kleinstunternehmen in den diversen Segmenten und bieten zum Teil hochspezialisierte Dienstleistungen an. Parallel dazu haben sich vor allem bei der B-to-C-Kommunikation (Business-to-Consumer) in den letzten Jahren die Märkte stark verändert: Immer mehr Aufgaben bei der Erstellung von Briefprodukten werden von externen Dienstleistern übernommen. Dies umfasst nicht nur klassische Werbebriefe im Direktmarketing, sondern auch so genannte Transaktionsdruck-Produkte, wie Rechnungen, Mahnungen, Tickets, Logistikpapiere oder Kontoauszüge. Zur Kostensenkung findet immer häufiger eine Kombination von Direktmarketingprodukten mit Transaktionsdruckprodukten, kurz TransPromo genannt.

Laut Micus belegen die Untersuchungsergebnisse, dass trotz der voranschreitenden Digitalisierung und der Nutzung von E-Mail, Instant Messaging und Web 2.0-Technologien der Brief als Kommunikationsmittel "noch lange nicht ausgedient hat". Vielmehr steige das jährliche Post-Aufkommen weiter an (siehe auch als Beispiel den Artikel der COMPUTERWOCHE über das Logistikzentrum der HUK-COBURG ). In den Segmenten Direct Mail und Transaktionsdruck zeigt sich, dass digitale Technologien klassische Printprodukte eher ergänzen oder vollkommen neue Geschäftsfelder erschließen. Micus sieht dann auch für die Zukunft noch ein erhebliches Marktpotenzial für die Dienstleister. (as)

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