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Studie: Daddeln im Versuchslabor

20.09.2006 | 10:23 Uhr |

140.000 Neuseeland-Dollar (umgerechnet rund 81.200 Euro) kostet eine neue Studie, die eine Universität in Neuseeland durchführen soll. Für diesen Betrag werden zwei "Gaming-Clubs" eingerichtet, in denen sich Jugendliche bei Ego-Shootern und ähnlichen Action-Spielen unter Aufsicht von Psychologen austoben sollen.

Mit einer rund 81.200 Euro teuren Studie wollen Psychologen einem Geheimnis des Videokonsolen- und PC-Spiele-Zeitalters auf die Spur kommen: Warum machen Spiele mit Gewalt und Action Spaß?

Oder konkreter formuliert in der Sprache der Wissenschaftler: "Die Gründe herausfinden, weshalb Daddler Spiele auswählen, sich über Spiele miteinander austauschen und Videospiele genießen, in denen Gewalt vorkommt". So formuliert die "Königliche Gesellschaft von Neuseeland" offiziell das Ziel der Studie, die sie finanziert.

Der verantwortliche Psychologe, Dr. Gareth Schott von der Universität von Waikato (auf der nördlichen der beiden größeren Inseln, die den Staat Neuseeland bilden), will mit dem Geld zwei Gaming-Clubs einrichten, in denen ältere Jugendliche ihrem Spieltrieb frönen dürfen und sollen.

Der Wissenschaftlicher will beobachten, wie die Jugendlichen miteinander umgehen und wie sie sich mit den Spielen beziehungsweise den Charakteren in den Spielen auseinandersetzen.

Schott, der sich seit Jahren mit PC-Spielen wissenschaftlich beschäftigt, will aus den jugendlichen Daddlern herausbekommen, welche Rolle Action-Spiele in deren Leben einnehmen. Und warum macht es Spaß am PC virtuell zu töten?

Als neuseeländische Medien über dieses nicht ganz billige Projekt berichteten, hatten einige Leser sofort Antworten bereit: Man möchte sich einfach nur ab und zu abreagieren. Einfach einmal all das tun, was sonst verboten oder unmöglich ist. Also ein Auto klauen, ohne dafür ins Gefängnis zu wandern. Einmal mit einem Panzer durchs Gelände rasseln oder mit einem Kampfjet am Himmel entlang düsen.

Wenn die Studie ebenfalls zu diesen Antworten kommen sollte, hätte man das Geld vermutlich woanders besser anlegen können…

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