37136

Studie: Counterstrike aus soziologischer Sicht gut für Spieler

12.02.2003 | 14:55 Uhr |

Nach dem Amoklauf in Erfurt und der darauf folgenden Diskussion um das negative Potenzial von Gewaltspielen schrammte "Counterstrike" nur knapp an einer Indizierung vorbei. Eine US-Studie sieht hingegen keinen negativen sozialen Einfluss seitens des Spiels. Im Gegenteil: "Counterstrike" wirke sich sogar positiv auf die Spieler aus.

Nach dem Amoklauf in Erfurt und der darauf folgenden Diskussion um das negative Potenzial von Gewaltspielen schrammte "Counterstrike" nur knapp an einer Indizierung vorbei. Eine US-Studie sieht hingegen keinen negativen sozialen Einfluss seitens des Spiels.

Das Spielen der Online-Ego-Shooter sei aufgrund der Community und der erforderlichen Kooperation untereinander aus soziologischer Sicht sogar "zweifellos gut für die Spieler", berichtet die BBC heute, unter Berufung auf den Leiter der Studie, Talmadge Wright. Für Außenstehende sei die Kommunikation der Spieler während des Spiels oft "unzugänglich" und könne zu Missverständnissen führen. Für gewöhnlich sei Spaß aber die entscheidende Emotion des Games.

Wright, Professor für Soziologie an der Loyola University Chicago, untersuchte in der Studie die sozialen Interaktionen der Spieler, indem er zum Teil selbst an den Spielen teilnahm, die Textdateien der Kommunikation im Spiel untersuchte und die Teilnehmer interviewte. Außenstehende können durch die ständigen Witze, den zum Teil rauen Smalltalk und den wüsten Beleidigungen oft einen falschen Eindruck erhalten.

Allerdings hänge die Verrohung der Sprache mit der Vertrautheit der Spieler untereinander zusammen. Wie im richtigen Leben pflegen die Gamer mit Bekannten einen anderen Umgangston als mit Fremden. So fand der Wissenschaftler heraus, dass die Kommunikation zwischen den Spielern an Schärfe abnahm, wenn bis dato unbekannte Dritte an einer Partie teilnahmen.

Counterstrike baue wesentlich auf Vertrauen und Zusammenarbeit auf und fördere dadurch Gemeinschaft und Freundschaft. Eine Faszination der Shooter sei auch das Rollenspiel, bei dem man in einer fiktiven Situation bestehen muss. Die Vorurteile gegenüber Ego-Shootern wie Counterstrike als "geistlose Tätigkeit" resultiere aus einer Einstellung, die in Produktivität den höchsten Wert sehe. Aus soziologischer Sicht sei Counterstrike für die Spielenden aber "zweifellos gut", so die Studie.

Counterstrike-Spieler wehren sich (PC-WELT Online, 01.05.2002)

Erfurter Polizei-Sprecher: Kein Hinweis auf Einfluss von Computerspielen (PC-WELT Online, 30.04.2002)

0 Kommentare zu diesem Artikel
37136