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Anteil der Raubkopien in Deutschland steigt

11.05.2010 | 10:24 Uhr |

Im Jahr 2009 ist der Anteil illegaler Software in Deutschland gestiegen. Das hat eine Studie von IDC ergeben, die im Auftrag der Business Software Alliance erstellt wurde.

Laut der IDC-Studie (IDC gehört ebenso wie PC-Welt zu IDG) ist aber nicht nur in Deutschland die Softwarepiraterie im vergangenen Jahr gestiegen, sondern auch weltweit. Allein in Deutschland sollen Programme im Wert von 1,35 Milliarden Euro raubkopiert worden sein - weltweit im Wert von 40 Milliarden Euro. Insgesamt untersuchte IDC die Verbreitung illegaler Software in 111 Ländern.

"Die Softwarehersteller werden von diesem gestiegenen Anteil an Raubkopien in Zeiten der Rezession besonders hart getroffen, denn auch der Gesamtmarkt für Software schrumpfte im Krisenjahr", heißt es in der Studie. Demnach sei Deutschland auch eine der wenigen Industrienationen, bei denen ein Anstieg zu verzeichnen ist. Im Vergleich zu 2008 stieg hierzulande der Anteil von Raubkopien von 27 auf 28 Prozent.

In den USA liegt die Piraterierate mit 20 Prozent am niedrigsten. Es folgen Luxemburg und Japan (jeweils 21 Prozent), Neuseeland (22 Prozent) und Australien, Belgien, Finnland, Österreich, Schweden und Schweiz (jeweils 25 Prozent). Deutschland landet mit einer Piraterierate von 28 Prozent auf Platz 14. In China soll die Piraterierate bei 79 Prozent liegen (Russland: 67 Prozent, Brasilien: 56 Prozent, Frankreich: 40 Prozent).

In den USA hat die raubkopierte Software einen Wert von 8,4 Millionen US-Dollar. Damit richtet die Softwarepiraterie in den USA den höchsten wirtschaftlichen Schaden an. Auf dem zweiten Platz folgt China, wo der Wert der Raubkopien bei 7,6 Millionen US-Dollar liegen soll. Deutschland landet in diesem Ranking auf Platz 7.

In Ost- und Mitteleuropa wurde eine Senkung des Anteils der Raubkopien ermittelt. Im selben Zeitraum stieg der Anteil der Raubkopien aber in Westeuropa. Georgien hat mit 95 Prozent den höchsten Anteil an Raubkopien.

Die Studie stellt auch fest, dass in der Mehrzahl der untersuchten Länder die Piraterierate gesenkt werden konnte. Schwellenländer Asiens und Südamerikas haben allerdings einen überdurchschnittlichen hohen Anteil unlizenzierter Software.

Laut IDC wurden 2009 pro 100 US-Dollar, die für Software ausgegeben wurden, Software im Wert von 75 US-Dollar raubkopiert. IDC: "Dies betrifft aber nicht nur den Umsatz der Softwarebranche. Eine Studie der IDC aus dem Jahr 2008 kommt zu dem Ergebnis, dass allein in Deutschland 12.300 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen würden und umgerechnet 1,27 Milliarden Euro zusätzlicher Steuereinnahmen eingenommen würden, wenn es gelingt den Anteil raubkopierter Software in Deutschland innerhalb von vier Jahren um zehn Prozentpunkte zu senken."

Die Pirateriestudie "Global PC Piracy Study" wurde von der Business Software Alliance (BSA) bei IDC in Auftrag gegeben. Das Ergebnis der Studie sieht die BSA als Indiz dafür, dass im Kampf gegen die Softwarepiraterie zwar 2009 Fortschritte gemacht werden konnten, aber weiterhin noch viel Arbeit nötig sei. "Am Ende der schlimmsten Rezession seit zwanzig Jahren müssen wir die Regierungen, Unternehmen und Endanwender verstärkt über die Risiken und Nachteile des Softwarediebstahls aufklären, vor allem auch auf die verheerenden Auswirkungen auf die örtliche Wirtschaft", sagte Georg Herrnleben, Director Zentral- und Osteuropa der BSA.

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