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560.000 Menschen in Deutschland sind internetsüchtig

26.09.2011 | 15:31 Uhr |

Einer neuen Studie zufolge, sind rund 560.000 Menschen in Deutschland internetsüchtig. Die Studie hat am Montag die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, vorgestellt.

Die Universität von Lübeck und die Universität von Greifswald haben in einer vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Studie "Prävalenz der Internetabhängigkeit" (PINTA I) die Häufigkeit der Internetabhängigkeit in Deutschland untersucht. Die Studie kommt zum Ergebnis, dass rund ein Prozent der 14- bis 64-jähirgen in Deutschland als internetabhängig eingestuft werden können. Das entspricht rund 560.000 Menschen, die in Deutschland leben. Rund 4,6 Prozent in dieser Altersgruppe werden laut Studie als problematische Internetnutzer angesehen. Das entspricht rund 2,5 Millionen Menschen.

In der Altersgruppe von 14- bis 24-Jährigen gelten 2,4 Prozent als abhängige Internetnutzer und 13,6 Prozent als problematische Internetnutzer. Die Studie hat am Montag Mechthild Dyckmans, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, vorgestellt. "Wir brauchen zielgenaue Präventionsarbeit und gute und effektive Beratungs- und Behandlungsangebote besonders für die junge Altersgruppe. Die Computerspiel- und Internetsucht wird im nächsten Jahr ein Schwerpunkt meiner Arbeit sein", kündigte Dyckmans an. Sie wolle sich vor allem der Frage widmen, wie die Behandlung von Computerspiel- und Internetsüchtigen weiter verbessert werden könne. Dazu gehöre auch die Frage, ob und wie die Suchtgefährdung in die Altersbewertung von Computerspielen aufgenommen werden könne. "Besonders suchtgefährdende Spiele sollten anhand von klaren Kriterien ermittelt werden und eine höhere Altersbewertung erhalten", fordert Dyckmans.

Ob eine Abhängigkeit vom Internet vorliegt, wurde in der Studie anhand von Merkmalen bestimmt. Wenn mehrere von den folgenden Kriterien gleichzeitig vorliegen, spricht man von Internetabhängigkeit:

* Internetsüchtige leben fast nur noch in der virtuellen Welt des Internets.
* Die Betroffenen verlieren die Kontrolle darüber, wie viel Zeit sie im Internet verbringen.
* Die Betroffenen leiden unter Entzugserscheinungen wie Missstimmung, Angst, Reizbarkeit oder Langeweile, wenn sie nicht online sind.
* Abhängige nutzen das Internet, um schlechten Gefühlszuständen zu entrinnen und nehmen dabei auch negative Konsequenzen in Kauf. Sie gehen nicht mehr zur Arbeit oder zur Schule, vernachlässigen soziale Kontakte und verwahrlosen teilweise sogar körperlich.


Laut der Studie sind in der Altersgruppe zwischen 14- und 16-Jährigen deutlich mehr Mädchen (4,9 Prozent) als Jungen (3,1 Prozent) internetabhängig. Dabei nutzen diese auffälligen Mädchen vorwiegend soziale Netzwerke im Internet (77,1 Prozent) und eher selten Online-Spiele (7,2 Prozent). Junge Männer nutzen dagegen eher seltener soziale Netzwerke (64,8 Prozent) und dafür häufiger Online-Spiele (33,6 Prozent).

Prävalenz der Internetabhängigkeit: Die vollständige Studie als PDF

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