17.04.2012, 10:53

Hans-Christian Dirscherl

Stubenhocker statt Globetrotter

iPad wird kaum per Mobilfunk genutzt

Wenn Nutzer mit mobilen Endgeräten ins Internet gehen, dann vor allem mit dem iPad. ©Etracker

Alle reden vom Boom des mobilen Marktes mit Internet-fähigen Tablets wie dem Apple iPad und den Android-Tablets. Doch wie wichtig ist Mobilfunk wirklich für die Nutzung von Tablets? Wird die Bedeutung von Mobilfunk-fähigen Tablets überschätzt? Eine aktuelle Studie zum Surfverhalten von Tablet-Nutzern liefert verblüffende Fakten mit gravierenden Folgen für Unternehmen, die Werbung im Internet machen und dort ihre Produkte verkaufen wollen.
Laut einer aktuellen Studie von TNS Infratest besitzen mittlerweile knapp 24 Prozent der Deutschen ein Smartphone und fünf Prozent einen Tablet-PC, wobei sich die Anzahl der Tablets in den nächsten 12 Monaten verdoppeln soll. Gerade Tablets wie das Apple iPad werden überproportional häufig zum Surfen genutzt. Doch wie surfen die iPad- und Tablet-Besitzer? Wirklich mobil, also unterwegs per Mobilfunkverbindung wie Edge, HSDPA und mittlerweile auch LTE? Oder eher zu Hause und an festen Plätzen über eine WLAN-Verbindung?
 
Das Web-Analyse-Unternehmen Etracker ging dieser spannenden Frage nach und hat drei Wochen lang das Nutzungsverhalten mobiler Geräte wie Tablets und Smartphones untersucht. An der Untersuchung sollen über 10.000 Etracker-Kunden anonymisiert teilgenommen haben.
 
Dabei fand Etracker heraus, dass vom iPad aus kaum mobil gesurft wird. Sondern 93,8 Prozent der Zugriffe per iPad erfolgten von einem stationären Internetanschluss aus, sprich: per WLAN. Nur 6,2 Prozent der Internet-Zugriffe von den iPads aus wurden wirklich mobil erzeugt.
iPads wiederum generieren 44 Prozent aller Internetzugriffe mobiler Endgeräte überhaupt. Das hat aber massive Auswirkungen auf die Einschätzung des typischen Nutzungsverhalten von Tablets: Wenn diese in erster Linie via WLAN verwendet werden, spielen Mobilfunk-Netze und SIM-Karten und die damit verbundenen Datentarife eine viel unbedeutendere Rolle als vielfach gemeinhin angenommen. Damit relativieren sich viele Wachstumsstudien zum mobilen Markt, aber auch zu mobile Commerce und mobile Advertising.
 
Stattdessen ähnelt die Internetnutzung mit einem Tablet eher der mit einem stationären PC als der mit einem mobilen Smartphone. Wer seine mobilen Websites in Hinblick auf den Abverkauf optimieren möchte, sollte also weniger den reisenden Manager mit Smartphone vor Augen haben, als den iPad-Surfer auf dem heimischen Sofa, wie Etracker ausführt.
 
Wirklich mobil werden nur Smartphones wie das HTC Desire oder das Samsung S2 (=GT-i9100) benutzt. Und selbst bei den Smartphones ist der mobile Nutzungsanteil immer noch deutlich geringer als der stationäre Zugriff via WLAN.
Mehr zur Geschichte und Entwicklung von Apples Vorbild-Tablet gibts auch bei unserem Partner stern.de

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