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PC-Shutdown als Energie-Goldgrube

09.02.2009 | 16:34 Uhr |

Mit "PowerDown" haben Mitarbeiter der University of Liverpool eine Software-Lösung zum automatischen Abschalten ungenutzter Computer entwickelt.

Denn solche Geräte fressen unnötig Strom und verursachen damit massive Kosten. "Das größte Einsparungspotenzial bietet das bei frei zugänglichen PCs etwa an Universitäten oder Schulen", sagt Lisa Nelson vom Computing Services Department der britischen Universität im Gespräch mit pressetext. Die einfache, kostenlose Lösung ist aber nicht nur für den akademischen Bereich, sondern auch für Unternehmen interessant. "Auch in Unternehmen gibt es oft geteilt genutzte Computer beispielsweise für Außendienstmitarbeiter, die ständig laufen", betont Nelson. Durch PowerDown können große Organisationen etliche Tausend Euro im Monat an Stromkosten sparen, wie die eigenen Erfahrungen der University of Liverpool belegen.

"Ein durchschnittlicher PC, der 24 Stunden am Tag läuft, aber nur 40 Stunden pro Woche genutzt wird, verbraucht etwa 17 Kilowatt Strom, von denen 13 verschwendet sind", erklärt Nelson. Das summiert sich schnell zu gewaltigen Summen, wie das Technikteam der University of Liverpool festgestellt hat. Allein die 1.600 zur Universitäts-Bücherei zählenden Geräte haben pro Woche rund 20.000 Kilowatt verschwendet, was bei aktuellen britischen Strompreisen etwa 2.750 Euro entspricht. Die University of Liverpool konnte eigenen Angaben zufolge dank PowerDown mittlerweile 24 Mio. der teuren PC-Leerlaufstunden verhindern.

Die Liverpooler Lösung für das Stromverschwendungs-Problem ist einfach. "PowerDown besteht aus einer Reihe von Batch-Dateien, die existierende Freeware-Utilities nutzen", erklärt Nelson. Informationen dazu, wie die kostenlosen Werkzeuge bezogen und installiert werden können, finden sich auf http://pcwww.liv.ac.uk/powerdown . Sind die Softwarekomponenten auf einem PC installiert, wird dieser heruntergefahren, sobald er 30 Minuten ungenutzt bleibt. Dieser Standardwert kann bei Bedarf auch angepasst werden. Ferner ist es möglich, PowerDown bei Bedarf zu deaktivieren - beispielsweise, wenn rechenintensive Programme unbeaufsichtigt über Nacht laufen sollen.

Das Joint Information Systems Committee, das sich für die effiziente Verwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im britischen Bildungswesen stark macht, hat PowerDown in einem jüngst veröffentlichten Report zu nachhaltigen IKT-Strategien lobend erwähnt. Die Lösung wird bereits von einer Reihe akademischer Einrichtungen weltweit genutzt, so die University of Liverpool. (pte)

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