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Streit zwischen Microsoft und EU-Kommission geht in eine neue Runde

22.04.2006 | 12:32 Uhr |

Ab Montag setzt sich Microsoft vor dem EU-Gericht in Luxemburg gegen ein Bußgeld von einer halben Milliarde Euro zur Wehr.

Der scheinbar endlose Streit zwischen der EU-Kommission und dem US-Softwareunternehmen Microsoft hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Ab 24. April beginnen erneut die Verhandlungen um ein Bußgeld von einer halben Milliarde Euro vor dem EU-Gericht erster Instanz in Luxemburg. Dabei geht es nicht nur um viel Geld sondern auch um die mögliche Offenlegung von Programmteilen von Software für Microsoft Konkurrenten. Diese Aktion war eine Auflage des EU-Gerichts, welche der Softwarekonzern nach Ansicht der Brüsseler noch nicht erfüllt hat. Aufgrund des Verstoßes fordert die Kommission seit Dezember des vergangenen Jahres ein tägliches Bußgeld von zwei Millionen Euro, welches Microsoft ebenfalls nicht zahlt.

Seit geraumer Zeit beschäftigen sich die Wettbewerbskommissare in Brüssel mit den Vermarktungspraktiken des amerikanischen Softwarekonzerns. Bereits im Jahre 1993 kam es zu einer Zwangsänderung durch das Softwareunternehmen Novell . Ende 1998 forderte der Server-Hersteller Sun Microsystems eine Offenlegung aller Microsoft-Daten, um eine Zusammenarbeit der Server mit Windows-Software zu garantieren. Im Jahre 2000 folgte dann die Aufforderung, das Windows 2000 Betriebssystem nicht mehr automatisch mit dem hauseigenen Media Player auszuliefern, um auch anderen Abspielprogrammen eine Chance zu geben.

Ende 2004 scheiterte Microsoft mit dem Versuch, die verhängten Auflagen mit einer einstweiligen Verfügung einzufrieren. Für die neue Beweisaufnahme sind fünf Tage vorgesehen, ein Urteil wird jedoch erst gegen Ende des Jahres erwartet.

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