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Streit um Perlacher Werk: Infineon und IG Metall einigen sich

31.10.2005 | 10:35 Uhr |

Der Arbeitskampf um die Chipfabrik in München-Perlach ist beendet. Das Unternehmen und die IG Metall einigten sich auf höhere Abfindungen. Der Kompromiss bedarf aber noch der Zustimmung der Gewerkschaftsmitglieder.

Bei den Verhandlungen um den Ergänzungstarifvertrag für die von der beabsichtigten Schließung betroffenen Beschäftigten am Infineon-Standort Perlach haben sich Infineon und die IG Metall in der Nacht von Sonntag auf Montag jetzt auch in den Details geeinigt. Das gab Infineon heute bekannt.

Die Einigung gilt vorbehaltlich der Annahme durch die Tarifkommission und der Entscheidung in der Urabstimmung. Die Streikenden in Perlach sind seit dem Morgen zur Urabstimmung aufgefrufen, um über die Annahme des Kompromisses zu entscheiden.

Nachdem die IG Metall ihre Forderungen nach einer Verzögerung des Schließungstermins fallengelassen und die Forderung nach Qualifizierungsmaßnahmen signifikant reduziert hatte, habe Infineon Spielraum für einen höheren Abfindungsfaktor gewonnen, so das Unternehmen. Der höhere Abfindungsfaktor errechne sich aus Umschichtungen im Gesamtpaket, dessen Volumen sich im von Infineon erwarteten Rahmen bewege.

Der Chiphersteller will am Montag in der Nachtschicht die Produktion wieder voll hochfahren. Zu Lieferengpässen sei es allerdings auch bisher nicht gekommen, da Infineon auf den Streik vorbereitet gewesen sei und eine Basisproduktion aufrechterhalten habe.

Die genauen Details der Einigung sowie eine Bewertung aus ihrer Sicht gibt die IG Metall heute um 13.00 Uhr im Rahmen einer Pressekonferenz in der Bezirksleitung der IG Metall Bayern, Elisenstraße 3a, 80335 München, bekannt.

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