57128

Streit um Internet-Zwillinge geht weiter

26.01.2001 | 16:00 Uhr |

Die über das Internet verkauften Zwillingsbabys sollen wieder zu ihrem leiblichen Vater zurück. Dies entschied ein US-Gericht. Derzeit befinden sich die beiden noch in behördlicher Obhut.

Die über das Internet verkauften Zwillingsbabys sollen wieder zu ihrem leiblichen Vater zurück. Dies entschied ein US-Gericht. Derzeit befinden sich die beiden noch in behördlicher Obhut.

Die über das Internet doppelt verkauften amerikanischen Zwillingsbabys sind vorläufig ihrem biologischem Vater zugesprochen worden. Wie erst jetzt bekannt wurde, räumte ein Bezirksgericht in St. Louis (Bundesstaat Missouri) am Dienstag Aaron Wecker vorerst das Sorgerecht für die Mädchen ein.

Der Vater hatte seiner geschiedenen Frau Tranda vor Gericht vorgeworfen, sie habe die Zwillinge vernachlässigt, indem sie die Beiden zwei Mal via Internet zur Adoption angeboten hatte. Am 14. Februar soll es in St. Louis eine neue Anhörung zur Sorgerechtsfrage geben.

Ebenfalls am Dienstag hatte der High Court im englischen Birmingham entschieden, dass das örtliche Jugendamt bis zu einer endgültigen Entscheidung die Vormundschaft behalten soll. Wo sich die sechs Monate alten Babys aufhalten, ist zurzeit unklar. Britische Behörden nahmen die Kinder in ihre Obhut.

Die britischen Adoptiveltern Alan und Judith Kilshaw hatten gefordert, ihnen die Kinder unverzüglich zurückzugeben. Doch auch die leibliche Mutter und ein Ehepaar aus Kalifornien, das die Kinder als erstes adoptiert hatte, wollen Belinda und Kimberley zurückhaben. Deshalb wird ein zäher und langwieriger Kampf vor britischen und amerikanischen Gerichten erwartet.

Die Kilshaws hatten sich die amerikanischen Zwillinge für 8200 Pfund (24.600 Mark) über eine Adoptionsagentur im Internet vermitteln lassen. Als sie die Mädchen nach Großbritannien holten, waren diese aber bereits von einem Ehepaar in Kalifornien adoptiert worden. Da dieses Paar aber nur 6000 Dollar (12.000 Mark) bezahlt hatte, überredete die Leiterin der Adoptionsagentur die leibliche Mutter, die Zwillinge den Allens wieder wegzunehmen und sie zu den besser zahlenden Kilshaws zu geben. Die Leiterin der Agentur ist seither spurlos verschwunden. (PC-WELT, 26.01.2001, dpa/ hc)

Kampf um Internet-Zwillinge verschärft sich (PC-WELT Online, 21.01.2001)

Babyhandel im Internet (PC-WELT Online, 19.01.2001)

0 Kommentare zu diesem Artikel
57128