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Streit um Abgaben für Klingeltöne - Bitkom wettert

18.01.2006 | 15:41 Uhr |

Für manche sind es nervtötende Euro-Vernichter, für andere die beste Geldanlage überhaupt: Klingeltöne. Das Geschäft mit den kleinen Musikdateien boomt, was auch daran zu sehen ist, dass immer mehr Unternehmen am Umsatzkuchen mitnaschen möchten. Jetzt hat das Hamburger Oberlandesgericht entschieden, dass Telemedia, ein Anbieter von Klinkeltönen, zusätzlich zur Gema-Gebühr eine Lizenzgebühr an den Musikverlag Emi Music Publishing zu zahlen habe. Dies hat den Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) auf die Barrikaden getrieben.

Für viele die vielleicht nervigste Sache der Welt: Handy-Klingeltöne. Nirgends ist man vor ihnen sicher. In Zügen, Bussen oder Kinos geben Handys mehr oder weniger peinliche Geräusche, Charthits oder Klassik-Melodien wieder und wird der eingesetzte Ton langweilig, ist flugs ein neuer per Internet herunter geladen. Der Markt boomt, wie Werbeinseln auf einschlägigen Sendern beweisen, die anscheinend nur noch aus Klingeltonanbietern bestehen. Dass da einiges zu holen ist haben nun offensichtlich auch die Musikverlage erkannt, und fordern einen Stück vom Umsatzkuchen.

In einem aktuellen Fall hat nun das Hamburger Oberlandesgericht entschieden, dass Telemedia, ein Anbieter von Klinkeltönen, zusätzlich zur Gema-Gebühr eine Lizenzgebühr an den Musikverlag Emi Music Publishing zu zahlen habe, wie der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) mitteilt. Damit seien deutsche Anbieter gegenüber Klingelton-Anbietern anderer Länder benachteiligt, so der Verband, denn dort würde die Zahlung einer Gebühr an die jeweilige Verwertungsgesellschaft ausreichen. Telemedia will nun vor dem Bundesgerichtshof in Revision gehen.

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