1192941

Deutsche Merck und US-Merck streiten um Facebook-Seite

25.11.2011 | 12:31 Uhr |

Die deutsche Merck KGaA hat juristische Schritte angekündigt, nachdem es seine Facebook-Seite an das gleichnamige Unternehmen in den USA verloren hat.

Zwischen den beiden Pharmaunternehmen Merck KGaA aus Deutschland und Merck & Co. in den USA ist ein Streit ausgebrochen, nachdem die Merck KGaA seine Facebook-Seite an den Konkurrenten verloren hat. Auf facebook.com/merck verbreitet nunmehr das US-Unternehmen seine Botschaften. Das will sich aber die Merck KGaA nicht gefallen lassen.

Der historische Hintergrund: Die beiden Pharmaunternehmen aus Deutschland und den USA tragen zwar den gleichen Namen, haben aber ansonsten nichts mehr miteinander zu tun. Ursprünglich war Merck & Co. das US-Tochterunternehmen der deutschen Merck KGaA. 1917 wurden allerdings in den USA im Rahmen des Ersten Weltkriegs die deutschen Vermögenswerte konfisziert; seitdem agiert Merck & Co. unabhängig.

Die Merck KGaA hat in einem Schreiben an den Obersten Gerichtshof des Staates New York angekündigt, die Facebook-Seite facebook.com/merck übernehmen zu wollen. In dem Schreiben weist Merck KGaA auf die Bedeutung von Facebook als Marketing-Mittel hin. Dementsprechend sei die Facebook-Seite von einem großen Wert und richte nun großen Schaden an, wenn sie sich im Besitz eines anderen Unternehmens befände.

Merck & Co. weist auf der Facebook-Seite ausdrücklich darauf hin, dass sich die Facebook-Seite nur an Einwohner der USA richte. Am 16. September begrüßte die Facebook-Seite die Besucher mit dem Hinweis , es handle sich um "Merck´s offizielle Facebook-Seite".

Die Merck KGaA verweist dagegen auf eine Einigung mit Facebook von März 2010, in dem sich die beiden Unternehmen über die exklusive Nutzung der Facebook-Seite geeinigt hätten. Die deutsche Merck gelangte damals in Besitz der Facebook-Seite und erhielt auch alle administrativen Rechte an der Seite. Im Oktober 2011 bemerkte die deutsche Merck allerdings, dass sie keinerlei Zugriffe mehr auf die Facebook-Seite hatte und das sie mittlerweile von der US-Merck genutzt wurde.

Die deutsche Merck fordert nun im Schreiben an den Obersten Gerichtshof des Staates New York eine Aufklärung darüber, wie die Facebook-Seite den Besitzer wechseln konnte und welche Rolle dabei Facebook spielte. Erst wenn ermittelt worden ist, wer die Schuld trägt, kann auch ermittelt werden, wer in diesem Fall verklagt werden kann.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1192941