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Strato muss Schadenersatz leisten

17.01.2002 | 17:11 Uhr |

Das Amtsgericht Charlottenburg in Berlin hat in einem Verfahren einem Kunden der Strato AG Schadensersatz zugesprochen. Diesen erhält der Kunde, für den ihm entgangenen Gewinn, aufgrund der zeitweiligen Nichterreichbarkeit seines Online-Shops.

Das Amtsgericht Charlottenburg in Berlin hat in einem Verfahren einem Kunden der Strato AG Schadensersatz zugesprochen. Diesen erhält der Kunde, für den ihm entgangenen Gewinn, aufgrund der zeitweiligen Nichterreichbarkeit seines Online-Shops.

Über das Premium-NT-Paket von Strato hatte der Kunde einen Online-Shop betrieben. Im Dezember 2000 kam es zu mehreren Ausfällen, während derer der Online-Shop im Internet nicht erreichbar war. Grund für Abschaltung des Online-Shops waren laut Strato viele und zu langsame Abfragen durch den Betreiber des Online-Shops, die zu einer Überlastung der Server führten. Daher erfolgte im Interesse anderer Strato-Kunden eine Abschaltung des Online-Shops, argumentierte Strato.

Der Betreiber des Online-Shops wollte sich das nicht gefallen lassen und ging vor Gericht. Er verlangte, dass Strato für die entgangenen Gewinne während der Tage, in denen der Online-Shop nicht erreichbar war, Schadenersatz zu zahlen habe.

In dem noch nicht rechtskräftigen Urteil gab das Amtgericht dem Kläger im Wesentlichen Recht. Der Webhosting-Vertrag zwischen dem Kläger und Strato sei nach dem Mietrecht zu beurteilen. Demnach kann der Mieter vom Vermieter Schadenersatz wegen Nichterfüllung verlangen, "wenn ein Mangel der Mietsache schon bei Vetragsschluss vorhanden ist oder ein solcher Mangel später wegen eines Umstandes entsteht, den der Vermieter zu vertreten hat, oder der Vermieter mit der Beseitigung eines Mangels in Verzug kommt", so das Amtsgericht.

Eine nicht erreichbarer gehosteter Inhalt stellt nach Ansicht des Amtsgerichts einen Mangel der Mietsache dar. Die Strato AG habe ihre Pflicht verletzt, für ausreichende Kapazitäten zu sorgen. Deshalb müsse sie dem Kläger den entstanden Schaden ersetzen.

Das nicht rechtskräftige Urteil kann hier im Volltext abgerufen werden. Strato kann gegen das Urteil innerhalb eines Monats Berufung einlegen.

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