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Sonys Video-Service geht über Playstation 3 hinaus

27.06.2008 | 13:49 Uhr |

Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch Sony einen Video-Service für seine Playstation 3 anbieten wird. In wenigen Monaten soll dieser an den Start gehen. Doch Sonys Pläne gehen weit über die Spielekonsole hinaus.

Sony hat eine neue Unternehmens-Strategie ausgerufen, in deren Zentrum das Netzwerk und die Verbreitung von Video-Inhalten stehen. Bereits im Sommer 2008 soll in den USA ein Video-Service für die Playstation 3 an den Start gehen, wann Europa folgt ist noch nicht bekannt. Doch Sony wird sich nicht auf die Konsole beschränken, mittelfristig sollen auch weitere Unterhaltungsgeräte wie TV etc. an dieses Distributions-Netzwerk angeschlossen werden, beispielsweise die Bravia-TV-Reihe, die bereits über einen integrierten Internet-Anschluss verfügt. Dies meldet der IDG News Service.

"Dies ist eine der einfachsten Möglichkeiten für Sony, mit Hilfe eigener Entertainment-Inhalte seine Unterhaltungs-Produkte zu differenzieren", sagte hierzu Howard Stringer, CEO von Sony in Tokio. Im Zuge dieser Strategie will Sony seine Produkte nun verstärkt mit integrierten Internet-Anschlüssen ausstatten. Bis März 2011 sollen 90 Prozent von Sonys Produkt-Kategorien über ein solches Feature verfügen. Zeitgleich soll der Video-Service für diese Geräte anlaufen.

Nach PCs sind Konsolen wie die Playstation 3 oder die Xbox 360 die größte Produkt-Kategorie, die mit einem Internet-Anschluss ausgestattet sind. Sony verfügt derzeit über eine installierte Hardware-Basis von 50 Millionen Konsolen (PSP und Playstation 3) und knapp 10 Millionen Anwender sind beim Playstation Network angemeldet - eine Grundbasis, mit der sich arbeiten lässt. "Wir verfügen über eine enorme globale Installationsbasis, auf der wir Netzwerk-Services aufbauen können", sagte Stringer. "Zusammen mit dem Blu-ray-Player, Wi-Fi und der Festplatte in jeder Playstation 3 bin ich zuversichtlich, dass die Playstation 3 der Homer-Entertainment-Server der Zukunft sein wird."

Im nächsten Schritt soll das Playstation Network auch auf PCs und dann auf TVs und Blu-ray-Player ausgeweitet werden. Auch sollen Geräte wie Sonys Video Walkman oder Handys von Sony Ericsson unterstützt werden. Bevor es aber soweit ist, will Sony Inhalte per Streaming für seine Bravia-TV-Reihe anbieten. Hierfür wird der Bravia Internet Video Link genutzt, ein Service, der in den USA seit 2007 verfügbar ist. Der Dienst soll in den kommenden Monaten starten und als Bonbon plant Sony, im November den Film "Hancock" mit Will Smith kostenlos Besitzern eines kompatiblen Bravia-TVs anzubieten - vor dem Start der DVD.

Sony hat bei dieser Strategie einen nicht zu unterschätzenden Vorteil gegenüber anderen Anbietern, wie beispielsweise Microsoft, das ebenfalls einen eigenen Video-Service für seine Xbox 360 zur Verfügung stellt - die Inhalte: Sony ist einer der größten Film- und Musik-Produzenten, was - wenn es denn sein muss - durchaus Spielraum bei der Preisgestaltung lässt, wenn der Service in den Markt gedrückt werden soll.

Noch ist zu Preisen einzelner Inhalte nichts bekannt. Es bleibt zu hoffen, dass Filme oder einzelne Serien-Episoden zu akzeptablen Preisen angeboten werden, dann hat ein solcher Service durchaus Chancen am Markt. Nichtsdestotrotz werden sich Playstation-3-Besitzer dank des Video-Service nun noch mehr Gedanken über den schnell schrumpfenden Platz auf ihrer Festplatte machen müssen. Die Ankündigung des Service könnte also durchaus auch als Vorspiel für eine neue Playstation 3 mit 80 GB sein, wie sie in den USA bereits erhältlich ist. Alternativ können Anwender auch selbst Hand anlegen und die Konsole mit einer größeren Festplatte ausstatten.

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