05.01.2012, 13:55

Panagiotis Kolokythas

Strafe muss sein

Google schmeißt eigene Chrome-Website aus den Suchergebnissen

Google bestraft sich selbst

Google hat in seinen Suchergebnissen die eigene Website bestraft, über die die Downloads von Google Chrome verbreitet werden.
Google hat offiziell bestätigt, dass es die Startseite von Google Chrome wegen gekaufter Links abgestraft hat. Bei der betreffenden Website www.google.com/chrome wird der PageRank für die nächsten 60 Tage gesenkt. PageRank ist ein Ranking, mit dem Google bewertet, wie viele externe Seiten auf die betreffende Seite verlinken und das einen großen Einfluss darauf hat, an welcher Position eine Website in den Suchergebnissen angezeigt wird.
Zwei SEO-Experten hatten in ihrem Blog über eine Marketing-Kampagne für Google Chrome berichtet, in der Blogger dafür bezahlt würden, Blog-Einträge zu verfassen, in denen sie auf ein Video verlinkten, in dem die Eignung von Google Chrome im Einsatz in kleinen Unternehmen bejubelt wurde. Die von Google aufgestellten Regeln untersagen es Website-Betreibern, für Link auf ihre Websites zu zahlen. In der Vergangenheit wurden bereits viele Websites mit einer PageRank-Strafe belegt, weil diese Websites gegen die so genannte "no-paid-link"-Regel verstoßen hatten.
Laut einem Google-Sprecher war die schief gelaufene Werbekampagne nicht von Google autorisiert. Der Sprecher wies auch darauf hin, dass Google-Sites als Vorbild gelten sollen, wenn es um die Einhaltung der Google-Regeln gehe. Daher habe man die Startseite von Google Chrome auch mit einer längeren und höheren Strafe belegt, als es sonst üblich sei.
Die Strafe soll die Suchergebnisse betreffen, die nach der Eingabe von "browser" erscheinen. In den deutschsprachigen Suchergebnissen wird derzeit der Opera-Browser als erster Browser gelistet. Als nächster Browser taucht Safari von Apple und danach Mozillas Firefox in den Suchergebnissen auf. Auf der ersten Seite wird keinerlei Link ausgeliefert der zu Google Chrome führen würde, mit Ausnahme eines Anzeigen-Links.
Die englischsprachige Suche von Google liefert nach Eingabe von "browser" derzeit keinerlei Anzeige aus. Das erste Suchergebnis verweist auf Mozillas Firefox und es folgen - neben Wikipedia- und sonstigen Einträgen - die Browser Opera, Apple Safari und Microsoft Internet Explorer. Derzeit wird also auch hier der Browser Google Chrome nicht aufgeführt.
Die Erklärung hierfür ist einfach: Google hat den PageRank der Startseite von Google Chrome (http://www.google.com/chrome) aufgrund der Strafe auf den niedrigstmöglichen Wert von 0 gesenkt, während andere Google-Sites einen PageRank von 9 und damit den zweithöchsten möglichen Wert besitzen.
Google will den PageRank für die Google-Chrome-Seite nach Ablauf der 60 Tage wieder auf den alten Wert anheben. Spannend bleibt die Frage, ob sich die Google-Strafe auf die Marktanteile des Browsers auswirken wird, die zuletzt im Dezember 2011 auf knapp 20 Prozent angestiegen waren.
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