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Strafanzeige gegen von Gravenreuth

20.04.2000 | 12:37 Uhr |

Der Berliner Provider Speedlink hat bei der Staatsanwaltschaft München Strafanzeige gegen den Rechtsanwalt Günter Freiherr von Gravenreuth gestellt. Der Grund: Gravenreuth betreibe eine Abmahnwelle gegen Homepage-Betreiber, die angeblich die Marke "Explorer" seines Mandanten verletzen würden, weil sie einen Link auf das Programm "FTP-Explorer" gesetzt hätten.

Der Berliner Provider Speedlink hat bei der Staatsanwaltschaft München Strafanzeige gegen den Rechtsanwalt Günter Freiherr von Gravenreuth gestellt. Der Grund: Gravenreuth betreibe eine Abmahnwelle gegen Homepage-Betreiber, die angeblich die Marke "Explorer" seines Mandanten verletzen würden, weil sie einen Link auf das Programm "FTP-Explorer" gesetzt hätten. Speedlink vermeidet auf seiner Homepage, wo eine Begründung der Strafanzeige zu finden ist, eine Namensnennung. Dort ist nur von "Herrn X" die Rede.

Der Provider hat die Strafanzeige gestellt, weil die der Abmahnung beigefügte Rechnung überhöht sei. Der Rechnung werde nämlich ein "Gegenstandswert" von 100.000 Mark zugrunde gelegt. Tatsächlich hatte das Oberlandesgericht München am 30. April 1999 in einem vergleichbaren Fall "FTP-Explorer" den Streitwert aber auf 75.000 Mark festgesetzt. Auf dieses Urteil verweise Gravenreuth sogar selbst in seinen Abmahnungen.

Speedlink fordert nun alle von "FTP-Explorer" betroffenen Abmahnopfer auf, das Abmahnschreiben Gravenreuths nebst Rechnung als Beweisdokument an die Fax-Nummer 089/55974131 der Staatsanwaltschaft München sowie an die Anwaltskammer München per Fax an 089/53294428 zu senden, damit dort die Serienmäßigkeit überhöhter Rechnungstellung geprüft werden könne. (PC-WELT, 20.04.2000, he)

Protest gegen Abmahnungen im Netz (PC-WELT Online, 13.4.2000)

http://www.speedlink.de/news/

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