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Storm@Home: Botnet als Supercomputer

03.09.2007 | 16:41 Uhr |

Das Botnet der Sturm-Wurm-Bande hätte inzwischen mehr Rechenleistung als die Top 10 der Supercomputer zusammen, wenn man die Zombie-Rechner gemeinsam an einer Rechenaufgabe arbeiten ließe.

Die Größe des von der Storm-Worm-Gang aufgebauten Botnets wird von Sicherheitsfachleuten auf eine bis zehn Millionen Zombie-PCs geschätzt. Geht man bei der durchschnittlichen Ausstattung eines dieses Computer von einer CPU mit 2 bis 3 GHz und 1 GB RAM aus, schlägt das Sturm-Wurm-Botnet den derzeit leistungsstärksten Supercomputer, den IBM BlueGene/L, um Einiges. Zu dieser Einschätzung kommt jedenfalls Prof. Peter Gutmann von der Universität Auckland in Neuseeland.

Die Nummer 1 der Top-500-Liste der stärksten Supercomputer verfügt über 128.000 Prozessorkerne und 32 TB RAM (1 Terabyte sind 1000 Gigabytes). Mit ein bis zehn Millionen GB Arbeitsspeicher und ebenso vielen CPU-Kernen liegt das Sturm-Wurm-Botnet weit darüber und schlägt die gesamten Top 10 der Liste gleich mit. So viel geballte Rechenleistung steht damit erstmals nicht unter der Kontrolle von Regierungsorganisationen oder Universitäten - sie befindet sich in der Hand von Kriminellen.

Dieses (zugegeben theoretische) Potenzial könnte von der organisierten Kriminalität benutzt werden, um etwa in großem Stil Passwörter zu knacken oder verschlüsselte Daten zu dechiffrieren. Geheimdienste hätten zweifellos ihre Freude an einem derart leistungsfähigen System - in der Hand von Kriminellen sollten uns diese Möglichkeiten jedoch noch weitaus mehr Sorgen machen.

Dass sich viele einzelne Heim-Computer zu einem äußerst leistungsfähigen Verbund zusammen schließen lassen, haben Projekte wie SETI@home bereits unter Beweis gestellt. Umso wichtiger wäre es, dass jeder, der mit seinem Windows-PC online ist, diesen so gut es eben geht vor Malware-Befall schützt.

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