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Zwischenbilanz zeigt Erfolge

18.09.2007 | 15:56 Uhr |

Die Initiative StopBadware zieht eine positive Zwischenbilanz ihrer bisherigen Tätigkeit. Anbieter dubioser Software und ihre bevorzugten Hosting-Provider ändern zumindest teilweise ihr Verhalten oder verschwinden vom Markt.

Die vorläufige Bilanz von StopBadware.org sieht durchaus ermutigend aus, findet jedenfalls Prof. John Palfrey von der renommierten Harvard Law School, wo die Organisation gegründet wurde. Sie wird unter anderem von Google unterstützt, das auf Basis der Recherchen von StopBadware.org Warnungen einblendet, wenn Web-Nutzer über die Trefferlisten der Suchmaschine auf zweifelhafte Seiten gehen. Dabei geht es vor allem um Adware und Spyware, die als Beigabe zu mehr oder weniger nützlichen Programmen mit installiert wird.

Die Forscher nehmen Kontakt zu Betreibern solcher Websites sowie zu deren bevorzugten Hosting-Providern auf und versuchen sie zu Änderungen in ihrem Verhalten zu bewegen. Dabei erzielen sie recht gute Erfolge, zumindest ihrer eigenen Einschätzung nach. Drastisch sinkende Besucherzahlen sind offenbar ein gutes Argument bei Betreibern, die von Suchmaschinen-Links leben.

Auch die Macher von Programmen, die als "Badware" eingestuft werden, können zum Teil davon überzeugt werden ihr Verhalten zu überdenken. Laut Jason Callina, einem der Forscher von StopBadware, komme es relativ selten vor, dass ein solcher Anbieter rückfällig werde, nachdem er einmal Besserung gelobt habe.

Einer der bei Phishern und anderen, bestenfalls als dubios zu bezeichnenden Web-Anbietern beliebtesten Hosting-Provider habe seine Geschäftspolitik inzwischen umgestellt, zwei weitere seien komplett verschwunden, so Palfrey. Weitere Provider seien dabei ihre Praktiken zu überdenken.

Es klingt im Grunde zu schön, um wahr zu sein - alles wird gut? Tatsächlich müssen die Aktivisten zugestehen, dass die wirklich bösen Jungs immer raffinierter werden und nicht erreicht werden können. China sowie Russland und andere Staaten der früheren Sowjetunion sind Gast- und Heimatländer für die Verbreiter von Malware und ihre Websites. Sie arbeiten zunehmend mit ihren Kollegen in westlichen Ländern zusammen.

Die besten Ergebnisse erzielen StopBadware und seine Unterstützer in den Grauzonen der Online-Werbung, wo sich seriöse Anbieter blauäugig mit zweifelhaften Werbepartnern treffen. So kommt es immer wieder vor, dass renommierte Firmen im Zwielicht dubioser Werbenetzwerke erscheinen und damit ihren Ruf gefährden. Im Rahmen üblicher Werbebanner-Einblendungen erscheinen auf Websites seriöser Unternehmen zum Beispiel Anzeigen, die für betrügerische Anti-Spyware-Programme oder vorgebliche Multimedia-Software werben, die mit Malware gespickt ist. Ebenso kommt es vor, dass die Software harm- und argloser Hersteller ohne deren Wissen im Paket mit Adware und Spyware vertrieben wird.

Software-Hersteller müssen noch mehr darauf achten, wem sie den Online-Vertrieb ihrer Produkte und die Werbung dafür anvertrauen. Gerade kleinere sowie frisch gegründete Unternehmen lassen sich noch zu oft von der Aussicht auf schnellen Erfolg verlocken. Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit nötig.

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