22816

Handy-Nutzer von Konfiguration frustriert

20.01.2009 | 10:45 Uhr |

Die Komplexität ist ein Hindernis für die Aufnahme und Verwendung von mobilen Anwendungen und Services. Insbesondere das Setup von mobilen Datendiensten erweist sich als Stolperstein.

Zu dieser Erkenntnis gelangt eine vom Anbieter für Gerätemanagement-Lösungen Mformation beauftragte Studie. Von 4000 befragten Nutzern in den USA und Großbritannien meinten 61 Prozent, das Handy-Setup sei so frustrierend wie ein Wechsel des Bankkontos. Sogar 19 von 20 Usern gaben an, dass sie neue mobile Services eher probieren würden, wenn das Setup leichter wäre. Die Ergebnisse bei uns wären nach Ansicht von Mformation ähnlich. "Die Mobilfunkindustrie ist global und wenngleich es natürlich gewisse regionale Unterschiede gibt, ist das Bestreben Mobiltelefone für neue, fortgeschrittene Daten-Anwendungen zu nutzen, international", erklärt Matthew Bancroft, Mformation Vice President, gegenüber pressetext.

"Die Botschaft der Kunden ist, dass das Handy-Setup einfach zu kompliziert ist. Das muss definitiv angegangen werden", sagt Bancroft. Er mahnt Betreiber und Gerätehersteller, Barrieren für die Aufnahme moderner Services zu eliminieren. "Vertragskunden sind vom Wert mobiler Services eindeutig überzeugt", betont Bancroft. Allerdings fänden es 85 Prozent der Befragten frustrierend, wenn zum Aktivieren eines Services oder einer Anwendung eine ganze Reihe von Schritten nötig ist. "Das ist ein wenig wie ein neues Gadget zu bekommen und dann festzustellen, dass keine Batterien enthalten sind", meint Bancroft. Kunden ein nahtloseres Erlebnis zu bieten, würde Abhilfe schaffen.

Bei der von Coleman Parkes durchgeführten Studie gaben fast zwei Drittel der Befragten an, dass sich Kunden aufgrund der Setup-Problematik vom Kauf neuer Telefone abhalten lassen. Tatsächlich werden immerhin 45 Prozent nach eigenen Angaben selbst durch das komplexe Setup vom Geräte-Upgrade abgehalten. Denn oft funktionieren Anwendungen beim ersten Start eines Geräts nicht. Davon sind am häufigsten E-Mail-Services, Internetsurfen und Instant Messaging betroffen. Im Mittel halten die Befragten rund 15 Minuten für die Konfiguration eines neuen Mobiltelefons für angebracht, während der tatsächliche Zeitaufwand annähernd eine Stunde beträgt.

Das Setup von mobilen Datendiensten ist freilich nur ein Faktor von vielen, wenn es um den Erfolg von mobilen Datendiensten geht. "Schon seit längerem kann man mit den meisten Handys zumindest theoretisch ins Internet. Doch sind die Dienste auf typischen Mobiltelefonen mit ihren kleinen Displays und fummeligen Tastaturen meist zu schwer zu handhaben", meint Michael Wolf, Redakteur für Publikationen der Stiftung Warentest, im Gespräch mit pressetext. Genau das ändert sich mittlerweile, etwa durch größere Displays, Touchscreens und bessere Tastaturen. "Im Windschatten des iPhone werden sicherlich weitere Geräte auf den Markt kommen, mit denen mobile Datendienste wirklich Spaß machen", sagt Wolf. Er ist der Ansicht, dass bessere Nutzerschnittstellen letztendlich auch die Konfiguration erleichtern. Abseits der Nutzerfreundlichkeit spielt immer noch der Preis eine große Rolle. "Die Preise für mobile Datendienste werden sicher noch sinken müssen, bevor daraus ein echter Massenmarkt wird", meint Wolf abschließend. (pte)

0 Kommentare zu diesem Artikel
22816