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Stiftung Warentest findet keine Hinweise auf geplante Obsoleszenz

30.08.2013 | 13:19 Uhr |

Vor wenigen Monaten hatte das Thema „geplante Obsoleszenz“ die Gemüter der Verbraucher erhitzt. Stiftung Warentest hat nun untersucht, ob Hersteller bewusst Murksprodukte bauen, um mehr Geräte zu verkaufen.

Laut einem aktuellen Test der Stiftung Warentest bauen Hersteller keine geplanten Sollbruchstellen in ihre Geräte ein. Dennoch planen die Hersteller, bevor sie ein Produkt herstellen, wie lang dieses halten soll, so Stiftung Warentest. Das geschehe unter anderem deshalb, um die Kosten unter Kontrolle zu behalten. „Das Ziel ist, ein Gerät so gut wie nötig zu bauen, nicht so gut wie möglich“, sagt Professor Albers, Leiter des IPEK Instituts für Produkt­entwick­lung am Karls­ruher Institut für Technologie. „Sonst laufen die Kosten aus dem Ruder.“

Vor der Herstellung eines Produkts würden zunächst einmal die Zielgruppe und deren Bedürfnisse analysiert. Danach werde festgelegt, wie lang das Produkt halten soll. Das Problem ist, dass die Hersteller nicht kommunizieren, wie lang die geplante Lebensdauer ihres Produktes ist. Hier herrscht immer noch völlige Intransparenz. Seit März dieses Jahres ist man allerdings verstärkt bemüht, ein wenig Durchblick in das Thema zu schaffen.  

Ist teurer immer besser?

Was die Stiftung Warentest aber in ihrem aktuellen Test herausgefunden hat, ist, dass man sich sehr wohl in den meisten Fällen auch am Preis orientieren kann. Zwar gibt es auch teure Produkte die Murks sind, sowie günstige und hochqualitative Schnäppchen, im Großen und Ganzen gibt es aber Preisuntergrenzen, unter die man sich nicht bewegen sollte, wenn man Wert auf eine lange Lebensdauer des Produktes legt.

Bei Waschmaschinen zum Beispiel, ist davon auszugehen, dass Produkte über 700 Euro oft wesentlich länger als Geräte unter 550 Euro halten. Auch bei Akkubohrern empfiehlt Stiftung Warentest, nicht weniger als 50 Euro zu bezahlen und bei Stabmixern sind 20 Euro die Untergrenze, wenn man nicht an kurzlebigen Murks geraten will. Der Staubsauger sollte ebenfalls nicht weniger als 80 Euro kosten. Es sei denn, man möchte sich bald wieder einen neuen kaufen. Es stimmt also: Je teurer das Produkt wird, desto robuster wird es auch. Ausnahmen bestätigen natürlich auch immer die Regel.

Wenn Sie jetzt immer noch das Gefühl haben, "früher war alles besser", so müssen wir Sie enttäuschen: Insbesondere Haushaltsgeräte gehen heutzutage laut Stiftung Warentest nicht schneller und nicht häufiger kaputt als früher.

Dennoch gibt es Tricks, mit denen die Hersteller ihren Umsatz ankurbeln. Dazu gehören hohe Reparaturkosten, fest eingebaute Akkus, fehlende Ersatzteile, Drucker, die fälschlich leere Patronen anzeigen oder Produkte, die sich nicht reparieren lassen.

Wie können Sie sich vor den Herstellertricks schützen?

Beim Kauf eines neuen Produkts, empfiehlt es sich, nicht nur den Verkäufer nach der Lebensdauer zu fragen, sondern auch auf bestimmte Qualitätssiegel zu achten:

Das Siegel "Der Blaue Engel" setzt hohe Qualitäts-Anforderungen an seine Produkte. Neben der Reparaturfreundlichkeit ist aber auch die Langlebigkeit der Produkte ein wichtiges Kriterium bei der Vergabe des Blauen Engels.

Nachschauen, welche Produkte die genannten Anforderungen erfüllen, können Sie auf www.blauer-engel.de .

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