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Steigt Sega aus Konsolenmarkt aus?

24.01.2001 | 11:59 Uhr |

Der japanische Hersteller von Spielekonsolen Sega stellt möglicherweise die Produktion seiner verlustbringenden Dreamcast-Konsole ein. Der Hersteller will sich jedoch nicht völlig zurückziehen, sondern die Dreamcast-Technologie weiter verwerten.

Wie japanische Medien am Mittwoch unter Berufung auf informierte Kreise berichteten, wolle Sega ab Ende März keine neuen Dreamcast-Konsolen mehr bauen, sondern sich stattdessen künftig auf die Entwicklung und den Vertrieb von Spiele-Software konzentrieren.

Ein Sprecher von Sega erklärte dazu, noch sei nichts entschieden. Man erwäge allerdings zum April eine Umstrukturierung, wobei die Einstellung der Dreamcast-Fertigung eine Option sei.

Der Kurs der Aktie schoss in Reaktion auf die Nachricht am Morgen in Tokio um 200 Yen oder rund 15,7 Prozent auf 1470 Yen. Dreamcast ist den Berichten zufolge der größte Verlustbringer für das Unternehmen. Als Folge werde Sega im noch bis Ende März laufenden Geschäftsjahr zum vierten Mal in Folge rote Zahlen schreiben.

Seit Markteinführung habe Sega weltweit rund sechs Millionen der Konsolen verkauft. Das Konkurrenzprodukt Playstation 2 von Sony habe sich dagegen in nur zehn Monaten mehr als 6,3 Millionen Mal verkauft, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shimbun".

Wie der Sprecher mitteilte, sei geplant, das Geschäft mit Software für Dreamcast fortzusetzen. Zudem führe man derzeit Verhandlungen über eine Belieferung der Konkurrenzprodukte Playstation 2 und Nintendos "Game Boy Advance" mit Software, so der Sprecher.

Doch die Technologie der Dreamcast soll weiterleben. So gab Charles Bellfield, der amerikanischer Sprecher des Konzerns, bekannt, dass diese in einer neuen Generation von Set-Top-Boxen eingesetzt werden soll. Auf diesem Weg könnte Sega weiterhin auf dem Hardware-Markt vertreten bleiben, ohne sich auf die Verkaufszahlen der Dreamcast verlassen zu müssen.

Da die Produktion von Konsolen Unsummen verschlingt, die gegenwärtig nur Firmen wie Sony oder Microsoft schultern können, wäre eine Lizensierung der Technologie ein logischer Schritt. Auf diese Weise würde Sega zum einen über eine breit gefächerte Einnahmequelle verfügen und zum anderen über die Möglichkeit, Dreamcast-optimierte Spiele für eine größere Anzahl von Geräten anzubieten. (PC-WELT, 24.01.2001, dpa/ mp)

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