Auto & Technik auf PC-WELT

Audio- oder Multimedia-Systeme, Navis, eCall und mehr: Die Elektronik in modernen Autos wird immer ausgefeilter. Wir testen die Multimedia- und Multifunktionssysteme von Audi, BMW, Mercedes, Toyota und vielen Herstellern mehr.

2113016

Startups gewinnen Diesel aus der Luft

01.09.2015 | 13:59 Uhr |

Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch und selbstfahrend. Bis es aber so weit ist, kann die Dieselgewinnung aus dem CO2 der Atmosphäre helfen.

Selbstfahrende, elektrisch betriebene Autos: Google arbeitet offen daran, Apple mutmaßlich im Verborgenen und BMW hat mit dem i3 und dem i8 schon zwei Modelle auf die Straße gebracht - wenn auch noch mit Fahrer. Die Mobilität der Zukunft ist erst dann klimaneutral, wenn der Strom, der aus der Steckdose kommt, von Wind- oder Solarkraftwerken eingespeist wurde.

Einen Weg zum Überleben des Verbrennungsmotors zeigen aber nun Startups auf, die aus dem Kohlenstoffdioxid der Atmosphäre Kraftstoff gewinnen. So nimmt im September in Kanada eine Fabrik des jungen Unternehmens Carbon Engineering den Betrieb auf, bereits im Frühjahr gelang es dem Dresdner Startup Sunfire einige Liter aus atmosphärischem CO 2 und Wasser gewonnenen Dieselkraftstoff in den Tank des Dienstwagens der Bundesforschungsministerin Johanna Wanka zu füllen.

Der Prozess ist nicht sonderlich komplex, erfordert aber reichlich Energie. Zunächst spaltet die Anlage Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff (Elektrolyse), der Wasserstoff reagiert schließlich mit dem CO 2 zu Wasser und Kohlenstoffketten. Wird der so gewonnene Diesel wieder verbrannt, gelangt zwar erneut CO 2 in die Atmosphäre, aber eben nur so viel, wie ihr zuvor entnommen wurde. Der in fossilen Brennstoffen wie Öl, Gas und Kohle eingeschlossene Kohlenstoff kommt zwar auch "aus der Luft" war der Atmosphäre jedoch Millionen von Jahren entzogen - und verursacht über den Treibhauseffekt nun für eine deutlich spürbare Erwärmung des Planeten.

Sinnvoll ist die Treibstofferzeugung aus dem atmosphärischen CO 2 aber nur, wenn die dafür benötigte Energie aus regenerativen Quellen stammt. Gleiches gilt natürlich für den Strom, der die Elektrofahrzeuge der Gegenwart und nahen Zukunft antreiben soll. Apple beispielsweise investiert einen nennenswerten Teil seiner Gewinne in Solarkraftwerke und betreibt nach eigenen Angaben schon jetzt seine Rechenzentren und einen Großteil seiner Stores und Bürogebäude klimaneutral.

Die Gewinnung von Diesel - oder zu einem späteren Zeitpunkt auch Benzin - aus der Atmosphäre ist kein neu entdeckter Prozess, könnte nun aber im großen Maßstab wirtschaftlich werden.

Übrigens: In dem realitiätsnahen Science-Fiction-Roman "Der Marsianer" ( Verfilmung von Ridley Scott ab 8. Oktober in den Kinos ) gewinnen die erfundenen Raketen zur Rückkehr vom Mars in einem ähnlichen Prozess ihren explosiven Treibstoff. Der Mars hat zwar nur eine dünne Atmosphäre, diese besteht aber fast komplett aus CO 2. Und der Nachbarplanet bietet jede Menge Platz für Solarmodule.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2113016