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Startup Affini bietet Spamschutz und Geld für Spamempfang

21.10.2004 | 16:11 Uhr |

Spam nervt, kostet Zeit und damit auch Geld. Was wäre, wenn der Empfänger einer solchen Spam-Mitteilung Geld für jede eingehende Werbebotschaft erhält? Mit dieser Idee ist Unternehmen Affini am Mittwoch an den Start gegangen.

Spam nervt, kostet Zeit und damit auch Geld. Was wäre, wenn der Empfänger einer solchen Spam-Mitteilung Geld für jede eingehende Werbebotschaft erhält? Mit dieser Idee ist Unternehmen Affini am Mittwoch an den Start gegangen.

Wer sich beim kostenlosen und derzeit noch in der Beta-Phase befindlichen Affini-Service anmeldet, der erhält eine Mail-Adresse (@affini.net) und damit auch einen Spam- und Viren-Schutz für eingehende Mails. Diese können nicht bei Affini selbst eingesehen werden, sondern wandern automatisch an eine vom Anwender festgelegte Mailadresse.

Unerwünschte Mails erhalten erst gar keine Chance, bis zum Empfänger durchzudringen. Wer eine Mail an eine @affini.net-Adresse schickt, der erhält als Antwort von dem System zunächst eine Mail zurück, mit dem Hinweis, sich zunächst per Klick auf einen Link zu authentifizieren und sich damit als echter Absender "auszuweisen". Erst dann wird die ursprünglich versendete Mail auch dem Empfänger zugestellt. Der Besitzer der Affini-Adresse kann zudem eine Whitelist anlegen, in der er die Mailadressen von Bekannten und Freunden einträgt, deren Mails er empfangen möchte.

Das Ganze befindet sich noch im Beta-Stadium, was wir auch beim Testen zu spüren bekamen. Nachdem wir eine Mail an die von uns erstellte @affini.net-Adresse versendet hatten, trudelte zwar kurze Zeit die Authentifizierungsmail ein. Der dort enthaltene Link führte allerdings ins Leere. Unsere ursprünglich versendete Mail hätte damit niemals den Empfänger erreichen können. Die ganzen Kinderkrankheiten dürfte Affini allerdings in den kommenden Wochen während des Betatests ausmerzen.

Später sollen die Affini-Anwender die Möglichkeit erhalten, festzulegen, ob sie von bestimmten Absendern den Empfang von Spam wünschen. Diese Spam-Versender müssen Mitglied im Affini-Netzwerk sein. Dann kann der Anwender festlegen, dass er von bestimmten Affini-Anwendern nur den Mail-Empfang wünscht, wenn diese bereit sind, einen gewissen Betrag für das Versenden der Mail zu zahlen. Erst dann werden sie in die Whitelist des Anwenders aufgenommen, wobei dieser sie jederzeit wieder streichen kann.

Laut den Plänen will Affini dann von den Versendern von Spam für jede gesendete und über das Affini-Netzwerk ausgelieferte Werbebotschaft einen Betrag von 15 Cent verlangen. Ein Teil dieses Betrages wandert dann weiter an den Empfänger der Spam.

Zum Einsatz soll dabei eine virtuelle Währung kommen. Für jede empfangene Spam werden Punkte gutgeschrieben, die wiederum beim Absender abgezogen werden. Nach einer Vorlaufzeit soll dann die Umwandlung der Punkte in Geld möglich sein.

Die 15 Cent, die Unternehmen für das Versenden einer Spam zahlen sollen, sind nur der Anfang. Später sollen die Affini-Anwender auch festlegen können, ob sie auch den Empfang von unerwünschtem Spam akzeptieren, dafür aber auch einen höheren Punktebonus auf ihrem Konto wünschen. Mit anderen Worten: die Unternehmen müssen dann bereit sein, für solche unerwünscht zugeschickten Spams auch einen höheren Betrag zu zahlen. Die Regeln von Angebot und Nachfrage sollen dafür sorgen, dass sich Spam-Versender und -Empfänger einig werden.

Das Affini-Konzept stammt von William Chang, der auch Chef des Unternehmens ist. Chang entwickelte in der Vergangenheit für Infoseek die Suchtechnologie Ultraseek. Affini will Chang eventuell ebenfalls zu einem Such- und Community-Portal ausbauen. Als Changs Berater fungiert Eddie Kessler, ehemaliger CTO von Napster.

Website von Affini

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