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Twitter kämpft mit Besucherschwund

23.11.2009 | 14:45 Uhr |

Twitter ist am Ende seines rasanten Höhenflugs angelangt. Diesen Eindruck vermitteln aktuelle Zahlen von Online-Marktforschern, wonach die Zugriffe auf der Seite zuletzt deutlich abgeflaut sind.

Laut Nielsen handelt es sich in den USA um ein kräftiges Minus von 27,8 Prozent von September auf Oktober. Schon zuvor hatten andere Erhebungen auf den deutlichen Zugriffseinbruch hingewiesen. ComScore etwa berichtete von einem Minus von 8,1 Prozent bei den Unique Visitors im Monat Oktober.

Wenngleich die Zahlen der einzelnen Messfirmen stark voneinander abweichen, so zeigen doch alle einen Rückgang. Da Zugriffe über Applikationen von Dritten bzw. auch mobile Nutzung nicht gemessen werden, könnten hier aber einige Besucher verloren gegangen sein.

Twittern ist Kulturtechnik

Während sich Berichte über Spamwellen auf der Microbloggingseite mehren und Branchenbeobachter vor einer lästigen Werbe- und Marketingflut warnen, sieht Kommunikationsexperte Klaus Eck, Inhaber von Eck Kommunikation, den Zenit noch längst nicht überschritten. "Ganz im Gegenteil. Twittern ist eine Kulturtechnik geworden. Wir dürfen gespannt sein, wie das Twittern im deutschsprachigen Raum weitere Kreise ziehen wird", meint Eck gegenüber pressetext.

Bisher habe Twitter hierzulande den Mainstream noch nicht erreicht, daher gebe es auch noch sehr viel Potenzial. "Es handelt sich nicht um einen bloßen Hype. Der digitale Geist des Twitterns ist aus der Flasche - wir werden in Zukunft nicht daran vorbeikommen", so Eck weiter. Unerheblich sei, ob diese Form der Kommunikation auf Twitter selbst, Facebook oder anderen Plattformen geschehe. "Es wird jedenfalls weiterhin passieren."

Migration auf Smartphones

Die zunehmende Smartphone-Nutzung und die Popularität von mobilen Twitter-Applikationen begünstigt das Abwandern von Twitter.com auf andere Plattformen, über die der Dienst genutzt werden kann. "Obwohl es sinnvoll ist, sich den Traffic auf Twitter anzuschauen, wird das Bild erst vollständig sein, wenn alle Dritt-Anwendungen von Handys und API-Clients mitgerechnet werden", meint Analystin Debra Aho Williamson in einem Beitrag im offiziellen Blog von eMarketer. (pte)

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