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Starforce: Kopierschutz-Macher schießen scharf gegen PC-Spiel ohne Schutz

14.03.2006 | 11:19 Uhr |

Der Publisher Stardock hat das PC-Spiel "Galactic Civilizations 2" in den USA ohne Kopierschutz auf den Markt gebracht. Die Kopierschutzmacher von Starforce reagierten prompt und auf überraschende Weise: Ein Administrator postete im Forum von Starforce einen Torrent-Link, über den "Galactic Civilization 2" illegal herunter geladen werden konnte. Mehr oder weniger direkt machten die Kopierschutzmacher damit Werbung für den illegalen Bezug eines aktuellen Spiels.

Der Kopierschutz bei PC-Spielen sorgt immer wieder für Ärger. Viele Gamer beklagen sich oft und gerne über die Kopierschutzmethoden des russischen Unternehmens Starforce .

Der Publisher Stardock entschloss sich, das PC-Spiel "Galactic Civilization 2" in den USA ohne Kopierschutz auf den Markt zu bringen. Mit Erfolg: Das Spiel erfreut sich derzeit vergleichsweise hoher Verkaufszahlen.

Im Forum der Kopierschutzmacher von Starforce wies ein Anwender auf das Spiel von Stardock hin und schrieb: "Ein ohne Kopierschutz veröffentlichtes Spiel ist kein kommerzielles Desaster". Ein Administrator von Starforce las den Forumsbeitrag und reagierte mit einer zwielichtigen Aktion. Er postete einen Link zu einer Torrent-Seite, über den das Spiel "Galactic Civilization 2" illegal erhältlich war und schrieb: "Im Augenblick laden tausende Leute die Piraten-Version von dieser Website. Ist das gut für die Verkäufe?" Er fügte hinzu, dass gute Spiele ohne Kopierschutz hohe Verkaufszahlen hätten, aber sie mit Kopierschutz noch höhere Verkäufe erzielen würden.

Der Publisher Stardock reagierte auf die unfaire Breitseite von Starforce mit Unverständnis. Auf seiner Website weist Stardock auf den Vorfall hin. "Wir sind ein kleines Unternehmen und jeder Verlust bei den Verkäufen tut uns weh", heißt es in der offiziellen Stellungnahme von Stardock. Dennoch habe man sich entschieden, das betreffende Spiel ohne Kopierschutz auf den Markt zu bringen. Das bedeute aber noch lange nicht, dass man damit Piraten ermuntern wolle, das Spiel illegal zu verbreiten. "Wir glauben schlicht und einfach, dass es andere Wege gibt, die Piraterie zu stoppen", so der Publisher.

Die Käufer des Spiels würden eine einzigartige Seriennummer erhalten, die sie bei der Installation des Spiels optional eingeben könnten. Anschließend stünden diesen Anwendern alle künftigen Updates kostenfrei zur Verfügen. Außerdem habe man die Lizenzbestimmungen des Spiels so gestaltet, dass die Käufer es auf beliebig vielen Rechnern installieren können. Einzige Bedingung sei, dass das Spiel nur auf einem der Rechner zu einem Zeitpunkt gespielt werden dürfte.

"Unsere Firma macht Utility-Software", heißt es in der Stellungnahme und weiter, "Unsere Software wird raubkopiert. Wir mögen dies nicht, aber es Piraterie gehört zu den Fakten des Lebens. Die Frage ist nicht, wie man Piraterie beseitigt, sondern wie man sie reduzieren kann. Unsere primäre Waffe im Kampf gegen Piraterie ist es, unsere Käufer zu belohnen. Etwa durch regelmäßige, kostenlose Updates."

Stardock ist nicht nur Publisher von Spielen, sondern entwickelt seit Jahren Programme wie Windows Blinds, Windows FX oder DesktopX, mit denen sich das Aussehen der Windows-Oberfläche verändern lässt.

Mittlerweile, so der Publisher Stardock in einer aktuellen Mitteilung , habe sich Starforce per Mail gemeldet, sich für das Verhalten des Administrators entschuldigt und in seinem Forum den Link zur Torrent-Seite entfernt.

Die Torrent-Seite, auf die Starforce verwies, wurde von Stardock ohnehin schon vorher kontaktiert und gebeten, den Link von ihrer Seite zu entfernen, so dass die illegalen Versionen des Spiels nicht mehr über die Seite verfügbar sind. Die Torrent-Seite kam dem Wunsch nach und entfernte die Download-Möglichkeit des Spiels. Das Ganze, so Stardock, habe nur einige Stunden gedauert. "Man könnte damit argumentieren, dass eine simple, höfliche Mail an eine Meta-Torrent Suchseite so effektiv ist, wie ein Kopierschutz", so Stardock.

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