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Intel arbeitet an Objektivitäts-Tool fürs Web

19.06.2009 | 13:13 Uhr |

Intel hat gestern, Donnerstag, im Rahmen des Research@Intel Day die aktuelle Arbeit seiner Forschungssparte vorgestellt.

Zu den rund 40 Projekten und Konzepten zählt unter anderem das "Confrontational Computing". Mit einem Tool soll es Usern erleichtert werden, im Web unterschiedliche Sichtweisen zu Themen zu finden, um sich letztendlich eine objektivere Meinung bilden zu können. Weitere Projekte umfassen das Ziel, den Standby-Stromverbrauch von Prozessoren drastisch zu reduzieren, sowie die Verwendung von Standardkomponenten für Router im Internet.

Intel betont, dass es im Web neben korrekten und nützlichen Informationen auch verbreitet falsche, irreführende und subjektiv gefärbte Inhalte gibt. Ein Forschungsprojekt soll das Zurechtfinden in den oft widersprüchlichen Informationsmassen erleichtern. Während der User News, Blogs oder Webseiten liest, werden Textpassagen farblich herausgehoben, deren Inhalt anderswo im Web unterschiedlich oder gegensätzlich dargestellt wird. Wenn der Nutzer eine solche Passage anklickt, werden Quellen mit verschiedenen Sichtweisen zum Thema angezeigt. Das Werkzeug wird laut Wall Street Journal "Dispute Finder" genannt. Offenbar handelt es sich also um ein Tool, das von Informatikern an der University of California in Berkeley als Beta-Version einer Firefox-Extension bereits öffentlich zugänglich gemacht wurde http://disputefinder.cs.berkeley.edu . Eine Bestätigung seitens Intel, dass es sich tatsächlich um das gleiche Projekt handelt, blieb bis Redaktionsschluss dieser Meldung aber aus.

In Sachen Energieeffizienz arbeitet Intel unter anderem am "Plarform Power Management". Diese Technologie soll dafür sorgen, dass die zukünftigen "Moorestown"-Prozessoren aus der Atom-Familie im Standby-Modus nur ein Fünfzigstel des Stromverbrauchs aktueller Atom-CPUs haben. Derartige Ansätze könnten für Intel gerade im Markt mobiler Internetgeräte sehr wichtig werden, da Prozessoren in ARM-Architektur die x86-Chips derzeit in Sachen Energieeffizienz teils klar ausstechen. Durch PPM sollen Computer in der Lage sein, den Stromverbrauch von gerade nicht benötigten Komponenten extrem zu reduzieren oder diese sogar ganz abzuschalten. Das Konzept könnte langfristig auch bei Desktop- und sogar Server-Prozessoren Anwendung finden - was Angesicht diverser Statistiken über die dramatische Standby-Stromverschwendung ökologisch wie ökonomisch große Bedeutung haben könnte.

Ein weiterer gezeigter Ansatz waren "Router Bricks". Dabei handelt es sich um aus Standard-Komponenten gebaute Computer, die als Netzwerkrouter fungieren und spezialisierte Routing-Hardware überflüssig machen sollen. Als prototypischer Router Brick dient Intel eine Kombination von Servern mit Xeon-Prozessoren und Open-Source-Software, die als High-Speed-Router fungiert. Eine andere Änderung im Internet erwartet Intel auf der Interface-Seite. Dank immer leistungsfähigerer Multicore-Prozessoren und der steigenden Bedeutung von parallel Computing könnte es zum Übergang zu einem weniger Text- und deutlich stärker 3D-Grafik-basierten Web kommen. (pte)

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