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Spyware: Neue Strategie bei Antiviren-Herstellern

15.03.2005 | 10:59 Uhr |

Die Hersteller von Antiviren-Software integrieren zunehmend Tools gegen Ad- und Spyware in ihre Programme.

Ad- und Spyware - also Werbemodule aller Art - werden immer dreister. So tauchen vermehrt Werbemodule auf, die sich wie Viren über Sicherheitslücken ins System einschleusen. Auch die Funktionen der Werbemodule werden krimineller. Einige beschränken sich nicht mehr darauf, etwa das Surfverhalten eines Anwenders zu protokollieren und anonymisiert ins Internet zu übermitteln, sondern sie sammeln nun auch persönliche Daten.

Somit sollte jedes gute Antivirenprogramm Alarm schlagen, sobald eine solche "Adware" auf den Rechner landet.

Allerdings gibt es bislang keine verbindliche Definition von schädlichen Code. Was genau ist Adware und mit welchen Funktionen wird Adware zu gefährlichen Code? Für welches Modul ist eine Antiviren-Lösung zuständig und für welche ein Antispyware-Programm wie Ad-Ware von Lavasoft.

Bislang ließ sich zumindest grob eine Grenze ziehen: Sobald der fremde Code Schaden am System anrichtet, oder Daten wie Serien- und Kontonummern klaut, muss ein Antivirenprogramm zuschlagen. Code, der etwa die Startseite des Internet Explorer verändert, fällt nicht in das Arbeitsfeld eines AV-Tools. Somit galt bisher: Wer seine Daten schützen will, braucht eine Firewall und ein Antivirenprogramm. Will man zudem lästige Werbemodule entfernen, setzt man alle paar Tage oder Wochen zusätzlich ein Antispyware-Tool ein.

Mittelfristig scheint diese Aussage aber nicht mehr zu zutreffen, da die Grenze zwischen Adware und gefährlichem Code mehr und mehr verschwimmt. Darauf reagieren nun auch die Hersteller von Antiviren-Produkten - allerdings mit unterschiedlichen Strategien.

Die beste Strategie für den Anwender ist dabei folgende: Sein Antivirenprogramm findet künftig nicht nur Viren und Trojaner, sondern auch Adware jeder Art. Das sollte idealer Weise der selber Scanner und Wächter leisten, der auch nach Viren sucht. Und natürlich sollte das AV-Tool deswegen nicht mehr kosten.

Wir haben auf der Cebit mit einigen Anbietern von Antiviren-Programmen gesprochen und erfahren, dass etwa Symantec in die nächste Version von Norton Antivirus Schutz vor Ad- und Spyware integrieren wird. Auch McAfee wird für Virusscan so verfahren. H+B EDV , die Macher von Antivir sind schon seit längeren dabei auch gefährliche Spyware zu blocken. Antivir hatte bereits beim Stoppen von Dialern eine Vorreiterrolle übernommen. Es war das erste Antiviren-Tool, das auch verbreitete Dialer an der Einwahl hinderte. Künftig will H+B EDV den Kampf gegen Ad- und Spyware und natürlich auch Dialer noch weiter ausbauen.

Andere Hersteller integrieren ebenfalls Schutz vor Ad- und Spyware in ihre Tools, lassen die Aufgabe aber nicht vom eigenen Scanner erledigen, sondern integrieren eine zweite Engine. So bindet etwa Norman das Schutz-Tool Ad-Aware von Lavasoft mit ins Programm. Auch F-Secure verfährt auf diese Weise. Der Nachteile für den Anwender bei dieser Strategie: Nun arbeiten auf seinem System zwei Wächter und Scanner, die jede möglicherweise gefährliche Datei prüfen müssen.

Bei einer dritten Strategie liefern die Anbieter von Schutzsoftware zwei getrennte Tools. Der zusätzliche Nachteil hierbei. Der Anwender muss für zwei Programme bezahlen, wenn er den kompletten Schutz haben will. Je nach Preispolitik des Anbieters kann das teuer werden. Zwei Tools bietet etwa Computer Associates an: E-Trust Antivirus und Pest Patrol Antispyware. Im Bundle kosten die beiden Programme zurzeit rund 70 Dollar und liegen damit etwas über dem durchschnittlichen Preis für eine Antiviren-Lösung.

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