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Spyware-Klage gegen Yahoo

08.05.2006 | 15:51 Uhr |

Yahoo soll mit Spyware-Verbreitern zusammen arbeiten und Werbekunden ausbeuten.

In einer Musterklage vor einem Gericht um US-Bundesstaat New Jersey wirft der Anti-Spyware-Aktivist und angehende Harvard-Jurist Ben Edelman dem Internet-Portal Yahoo vor, es beteilige sich an unseriösen Machenschaften von Adware- und Spyware-Verbreitern und verdiene daran. Werbekunden sollen durch künstlich erzeugtes Anklicken von Werbe-Pop-ups betrogen werden.

Es dabei um Werbeanzeigen, die nach Mausklicks von Internet-Nutzern abgerechnet werden. Bei diesen so genannten "Pay-Per-Click"-Werbemodellen (PPC) bezahlt ein Werbekunde einen bestimmten Betrag pro Klick auf sein Werbebanner oder Pop-up. Ben Edelman hat nach eigenem Bekunden eine Reihe von Beweisen für seine Anschuldigungen gesammelt. Mit Bildschirmfotos, Videos und Protokollen des Datenverkehrs will er nachweisen, dass Yahoo und dessen Suchdienst Overture ihre Anzeigenkunden ausbeuten, indem sie ihnen generierte Werbe-Klicks berechnen.

Er wirft Yahoo zwei verschiedene Praktiken vor, mit denen Anzeigenkunden ausgebeutet werden sollen. Zu einen soll Yahoo die Werbeanzeigen seiner Kunden in Adware und Spyware unterbringen und den Kunden die so entstehenden Klicks in Rechnung stellen. Hierbei geht es immerhin noch um Klicks, die von Menschen ausgeführt werden.

Der zweite Vorwurf geht noch weiter. Edelman behauptet nachweisen zu können, dass Werbekunden auch komplett durch Software generierte Klicks berechnet werden. Auch diese sollen von Adware- und Spyware-Programmen stammen, die solche falschen Klicks auf den verseuchten PCs von Internet-Nutzern erzeugen. Die mit Adware und Spyware verseuchten Computer machen ihre Besitzer so zu Helfershelfern für den mutmaßlichen Betrug.

Wenn sich die Vorwürfe Edelmans vor Gericht halten lassen, dürfte das einstige Internet-Wunderkind Yahoo in arge Erklärungsnöte kommen. Seriöse Anzeigenkunden wollen nicht mit Adware und Spyware in Verbindung gebracht werden. Vor allem jedoch wollen sie nur solche Werbe-Klicks bezahlen, die (wie von Yahoo versprochen) durch an den Produkten interessierte Internet-Nutzer entstehen.

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