17.08.2006, 11:55

Eric Bonner

Spyware-Infizierung so hoch wie 2004

Webroot hat den so genannten State of Spyware-Report veröffentlicht. Die vierteljährlich vorgelegte Untersuchung soll Auskunft über die Verbreitung von Spyware & Adware geben. Für die Erhebung zieht das Unternehmen die hauseigenen Spyaudit-Tools und das automatische Spyware-Suchsystem Phileas heran.

Die Anzahl der mit unerwünschten Programmen infizierten PCs hat sich dramatisch erhöht. Webroot, den Entwicklern von Anti-Spyware-Lösungen wie Spyswepper, zufolge sind wieder die Dimensionen erreicht worden, die " zum letzten Mal im Jahr 2004 beobachtet wurden, als die Sicherheitslage im Internet kritischer war denn je zuvor".
Den Erhebung von Webroot zufolge wurden im zweiten Quartals 2006 auf 89 Prozent der mit Hilfe von Webroot-Software untersuchten PCs Spionageprogramme gefunden. Gegenüber den Zahlen aus dem ersten Quartal 2006 ein nur leichter Anstieg, gegenüber der 2005 gesehenen Entspannungsphase aber ein sehr hoher Wert.
Ursachen für den Anstieg sieht das Unternehmen unter anderem in neuen Verbreitungswegen und dem Einsatz neuer Technologien. Angreifer nutzen der Analyse von Webroot zufolge beispielsweise die kontinuierlich wachsenden sozialen Netzwerke und Internetplattformen wie etwa Myspace.com, um neue Opfer zu finden. Und Spammer statten ihre Mails gerne auch noch mit Spionageprogrammen aus, um mit dem Abverkauft etwaiger Daten ihre Kassen füllen zu können. Andere Ansatzpunkte für Angreifer: Der Einsatz hoch entwickelter Spionagesoftware wie beispielsweise Rootkits. Download-Trojaner und Keylogger führen deswegen aber kein Schattendasein - laut Webroot stieg die Zahl der mit Trojanischen Pferden infizierten PCs auf mittlerweile 31 Prozent. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2006 waren es noch 29 Prozent und im vierten Quartal 2005 sogar mal 24 Prozent.
"Es ist weniger als ein Jahr her, dass einige selbsternannte Experten für Internet-Sicherheit erklärt haben, dass Spyware auf dem Rückzug sei und die Infektionsraten bald verschwindend gering sein würden. Auch wenn die Zahlen diesen Trend zur damaligen Zeit angedeutet haben, so belegen die Daten der vergangenen sechs Monate eindeutig das genaue Gegenteil – von einem Verschwinden der Spyware-Bedrohung kann keine Rede sein", sagt David Moll, CEO von Webroot Software. "Spyware ist ein finanziell motiviertes Geschäft, und so lange es noch Gewinne abwirft, wird die Bedrohung akut bleiben.”
Noch einige Zahlen für den deutschsprachigen Raum: In Deutschland und Österreich wurden pro infizierten PC jeweils 14,5 verschiedene Spionageprogramme (Durchschnitt) ausgemacht. In der Schweiz lag die Rate noch ein wenig höher, bei 18,7 Prozent. Trojanische Pferde sind auf Rechnern in Deutschland weiter verbreitet als bei den Nachbarn: 595 Trojanische Pferde pro 1000 untersuchter Rechner waren es in Deutschland. In Österreich 484, in der Schweiz 564 Trojanische Pferde. System-Monitor-Programme sind dagegen in der Schweiz stärker verbreitet: Von dieser Gattung fanden sich 64 Programme pro 1000 Rechner - in Deutschland waren es 50 und in Österreich 33.
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