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Spyware-Hersteller wehrt sich

25.02.2005 | 14:26 Uhr |

Gegen die Einstufung seiner Software "I Search Toolbar" als Spyware verwahrt sich Hersteller I Download in einem Schreiben, das er über seine Anwälte an die Betreiber der Website "Castle Cops" gesandt hat.

Gegen die Einstufung seiner Software "I Search Toolbar" als Spyware verwahrt sich Hersteller I Download in einem Schreiben, das er über seine Anwälte an die Betreiber der Website "Castle Cops" gesandt hat. Auch andere Betreiber von Blogs und Websites, die über Adware und Spyware aufklären, haben einen solchen Brief erhalten. Darin wird der Begriff Spyware recht eng ausgelegt und behauptet, diese Sichtweise repräsentiere die allgemein übliche Interpretation durch die Anwender. Spyware sei demnach nur Software, die sich zu verstecken versuche und persönliche Daten vom PC des Anwenders ausspioniere und weiterleite.

Die fragliche Toolbar hingegen verstecke sich nicht, sammle kein persönlichen Daten, sende keine gesammelten Informationen an Dritte, versende keine Mails und installiere auch keine Dialer. Sie sei somit keine Spyware. Castle Cops und andere werden nachdrücklich aufgefordert diese Einstufung zu widerrufen, rechtliche Schritte werden angedroht.

Die Firma Computer Cops LLC, Betreiber von "Castle Cops", geht mit der Sache sehr offen um. Sie hat den Brief und ihre Antwort darauf ins Web gestellt . In der anwaltlichen Antwort heißt es, die von I Download vorgenommene Einengung des Begriffs Spyware entspreche nicht der allgemeinen Wahrnehmung dessen, was Spyware sei. Es gebe dafür keine klar abgrenzbare Definition. Die I Search Toolbar würde mutmaßlich nach kalifornischem Recht als illegal eingestuft werden. Es wird ferner darauf verwiesen, dass etliche Hersteller von Antivirus- und Anti-Spyware-Programmen diese Toolbar als Spyware bezeichneten, darunter Symantec (Norton Antivirus), Computer Associates (Pest Patrol) und Lavasoft (Ad-aware). Daher komme ein Widerruf dieser Einordnung nicht in Betracht. Man sei jedoch weiterhin bereit sich die Sichtweise des Herstellers anzuhören.

Die Beschreibung von Symantec bezeichnet " Spyware.ISearch ", wie die Software darin genannt wird, als "Search Hijacker", der Informationen über das Benutzerverhalten auf einem entfernten Server speichert. Es wird auch eine detaillierte Anleitung zum Entfernen des Programms geliefert. Die Toolbar installiert sich als BHO (Browser Helper Object) im Internet Explorer und leitet Sucheingaben auf andere Suchportale um als die vorher vom Benutzer eingestellten.

Offenkundig versuchen Hersteller von Adware und Spyware ihre Kritiker mit derartigen Drohungen zum Schweigen zu bringen. Das ist nicht ganz neu, man denke zum Beispiel an Dialer-Hersteller, die sich gegen die Einstufung ihrer Einwahlprogramme als "Virus" durch den einen oder anderen Virenscanner auf juristischem Wege gewehrt haben. Ob sich Hersteller fragwürdiger Software-Produkte mit Aktionen dieser Art einen Gefallen tun, sei mal dahin gestellt.

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