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Spyware-Firmen verurteilt

05.05.2006 | 15:12 Uhr |

Die US-Handelsaufsicht hat betrügerische Aktivitäten mehrerer Unternehmen gestoppt.

Auf Betreiben der Federal Trade Commission ( FTC ), hat ein US-Gericht die Aktivitäten zweier Spyware-Firmen gestoppt. Sie wurden dazu verurteilt, aus ihren illegalen Geschäften erwirtschaftete Gewinne abzuführen und ihre illegalen Aktivitäten einzustellen.

Eine der Firmen, Smartbot.Net, wird von Stanford ("Spamford") Wallace betrieben. Wallace machte sich bereits vor Jahren als Spammer einen Namen. Die FTC geht davon aus, dass Smartbot.Net eine Sicherheitslücke im Internet Explorer ausgenutzt hat, über die sie Spyware eingeschleust haben soll. Diese Software öffnete laut FTC das CD-ROM-Laufwerk und gab dann eine "letzte Warnung" aus. Der Rechner wäre mit Spyware verseucht und der Benutzer sollte die Software "Spy Wiper" herunter laden. Diese ist ebenso wie "Spy Deleter" ein vorgebliches Anti-Spyware-Programm, das für 30 Dollar angeboten wurde.

Das Gericht ordnete an, dass Smartbot.Net etwa vier Millionen Dollar an illegal erwirtschafteten Gewinnen abgeben muss. Dem Unternehmen wurde untersagt Spyware auf Computer von Anwendern zu laden und überhaupt Software ohne Zustimmung des Benutzers auf dessen Rechner zu laden. Ferner verbot das Gericht dem Unternehmen die Umleitung von Browser-Anfragen auf andere als die vom Benutzer erwünschten Seiten sowie die Manipulation der Start- und Suchseiten im Browser.

In einem zweiten Fall ging es um eine Firma namens "Odysseus Marketing", die laut FTC ebenfalls Sicherheitslücken im Internet Explorer ausgenutzt haben soll. Die Firma bewarb Programme, die angeblich eine anonyme Teilnahme an Dateitauschbörsen ermöglichen sollten. Diese Software und weitere damit verknüpfte Programme sollen die Sucheinstellungen des Browsers manipuliert und Suchergebnisse verändert haben.

Außerdem sollen die Programme persönliche Daten des Anwenders gesammelt und an die Firma übermittelt haben. Diese habe die Informationen in einer Datenbank gesammelt und Dritten den Zugriff darauf gegen Entgelt angeboten. Das Gericht untersagte Odysseus Marketing vorläufig das Sammeln von persönlichen Daten und den Handel damit. Die FTC strebt auch in diesem Fall ein permanentes Verbot der Aktivitäten dieses Unternehmens an sowie eine Verurteilung zum Abführen der erwirtschafteten Gewinne.

Die US-Handelsaufsichtsbehörde FTC ist nach ihrem Selbstverständnis eine Verbraucherschutzbehörde. Sie bringt regelmäßig Firmen vor Gericht, die mit betrügerischen Methoden Internet-Nutzern das Geld aus der Tasche ziehen oder persönliche Daten ausspionieren.

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