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Spotify dementiert: Keine Änderung des Gratis-Modells geplant

09.12.2015 | 12:34 Uhr |

Spotify plant Gerüchten zufolge eine Beschränkung des Gratis-Angebots. Ist da was dran? Wir haben bei Spotify nachgehakt.

Der Musik-Streaming-Dienst Spotify überlegt angeblich eine Einschränkung des Gratis-Angebots. Das berichtet jedenfalls das Wall Street Journal unter Berufung auf eine Person, die mit der Angelegenheit vertraut sei. In vertraulichen Gesprächen mit Vertretern der Musikindustrie, so heißt es, habe Spotify seine Überlegungen vorgestellt. Demnach könnte es Künstlern künftig erlaubt werden, ihre neuen Alben zunächst nur den rund 20 Millionen zahlenden Spotify-Premium-Mitgliedern zur Verfügung zu stellen. Die rund 80 Millionen Nutzer des kostenlosen Spotify-Angebots hätten damit dann keinen Zugriff auf die betreffenden Alben.

Bisher sind alle über Spotify verfügbaren Songs sowohl für zahlende als auch nicht-zahlende Mitglieder verfügbar. Pop-Megastar Taylor Swift hatte 2014 alle ihre älteren Werke von Spotify abgezogen. Swift nannte damals als Grund die in ihren Augen unzureichende Entlohnung der Musiker durch Spotify. Zudem sollte ihrer Meinung nach Musik immer in Alben und nicht in Einzelstücken konsumiert werden.

Plattenfirmen wünschen mehr Flexibilität

Spotify, so heißt es in dem Bericht weiter, plane zunächst die Auswirkungen des neuen Konzepts im Rahmen von Tests zu überprüfen. Dabei solle unter anderem gemessen werden, welche Auswirkungen die Einschränkung des Gratis-Modells auf die Nutzung und die Premium-Anmeldungen habe. Offen sei dabei aber auch die Frage, welchen Künstlern es gestattet werden soll, ihre Musik nur für Spotify-Premium-Nutzer anzubieten.

Bisher haben die Nutzer des Gratis-Modells den vollen Zugriff auf den gesamten Spotify-Katalog, müssen aber diverse Einschränkungen in Kauf nehmen. Dazu gehören Werbeeinblendungen, Songs dürfen nicht offline angehört werden und die Songs der ausgewählten Playlists und Alben werden in einer zufälligen Reihenfolge abgespielt.

Spotify hat in der Vergangenheit die im Vergleich zum Premium-Modell identische Musik-Auswahl beim Gratis-Angebot als wichtigstes Merkmal von Spotify betont und Spotify-Chef Daniel Ek hatte wiederholt die Einführung eines unterschiedlichen Musik-Katalogs abgelehnt. Die Musikindustrie hatte dagegen immer wieder den Wunsch geäußert, Spotify sollte in dieser Hinsicht flexibler werden und erlauben, ausgewählte Alben nur den Premium-Nutzern zur Verfügung stellen zu dürfen. Hintergrund ist, dass über die werbefinanzierten Musik-Dienste geringere Einnahmen als über Bezahl-Musik-Dienste erwirtschaftet werden.

Aus diesem Grund hat auch die US-Band Coldplay das neue Album "A Head Full of Dreams" in der vergangenen Woche zunächst nur bei kostenpflichtigen Musik-Diensten eingestellt. Erst ab Ende dieser Woche ist das Album auch bei Spotify verfügbar.

PC-WELT hakt bei Spotify Deutschland nach

Wir haben Spotify Deutschland um eine Stellungnahme zum Bericht des Wall Street Journals (WSJ) gebeten. Die klare Antwort seitens Spotify: "Von unserer Seite können wir das Gerücht nicht bestätigen, daher ein ganz klares Dementi zu diesen WSJ- Spekulationen."

In der Stellungnahme fügt Spotify hinzu: "Wir glauben zu 100 Prozent an unser Freemium-Geschäftsmodell. Die Kombination aus einem kostenlosen, werbefinanzierten Angebot und einem umfassenden Premium-Angebot ist der beste Weg, um Musik an Fans zu liefern. Wir schaffen so Mehrwerte für Künstler und Songschreiber und unterstützen das Wachstum der gesamten Musikindustrie."

Spotify verweist darauf, dass im gesamten Musikmarkt aktuell eine Vielzahl diverser Modelle ausprobiert werde. Dabei wird auch auf das neue Coldplay-Album verwiesen: "Im Kontext von Streaming wird häufig mit Windowing experimentiert. Am Beispiel des neuen Coldplay-Albums wird das deutlich. Ab Freitag wird das Album auf Spotify sein, denn das Coldplay-Management hat beschlossen, dass es für die Fans am besten ist, das vollständige Album für Free- und Premium-Nutzer legal zur Verfügung zu stellen."

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