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Staatliche Mobilfunk-Spionage in Indien

10.01.2012 | 16:22 Uhr |

Indische Hacker haben angeblich aus einem Netzwerk des indischen Militärs entwendete Dokumente veröffentlicht. Demnach hätten Hersteller wie RIM, Nokia und Apple Hintertüren im Smartphones eingebaut, die das Mitlesen verschlüsselter Mails ermöglichen sollen.

Die indische Hackergruppe "Lords of Dharmaraja" will in ein Netzwerk des indischen Militärs eingedrungen sein und von dort Dokumente des militärischen Geheimdienstes gestohlen haben. Aus den veröffentlichten Dokumenten, deren Echtheit nicht bestätigt ist, geht hervor, dass mehrere namhafte IT-Unternehmen Zugeständnisse an die indische Regierung gemacht haben. Dies soll der Preis für den Zugang zum indischen Markt (über eine Milliarde Menschen) gewesen sein.

Unternehmen wie Research In Motion (RIM), Nokia, Apple und andere sollen demnach eine Abhörschnittstelle in Smartphones eingebaut haben, damit der indische Geheimdienst verschlüsselte Mails mitlesen kann. Die Hacker geben an, ihnen lägen die Quelltexte dieser Hintertüren vor. Außerdem wollen sie zuvor bei Symantec Quelltexte für Norton Antivirus gestohlen haben.

Unter den veröffentlichten Dokumenten befinden sich auch Mails der US-Behörde USCC, die sich mit Sicherheitsaspekten der Handelsbeziehungen zu China befasst. Die USCC hat eine Untersuchung der Vorfälle gefordert, will sie jedoch nicht weiter kommentieren. Die angeschuldigten Hersteller bestreiten die Vorwürfe oder verweigern eine öffentliche Stellungnahme. Zwischen RIM und der indischen Regierung gab es schon früher Streit um den Zugriff auf Blackberry-Mails .

Indische Medien berichten, ein indischer Militärsprecher habe die Echtheit der Dokumente bestritten. Sie seien gefälscht und mit böswilligen Absichten veröffentlicht worden. Symantec räumt ein, dass Hacker in Computer des Unternehmens eingedrungen sind. Die erbeuteten Quelltexte für Norton Antivirus seien jedoch etliche Jahre alt und für aktuelle Produkte nicht mehr relevant.

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