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Obermann will für umfassende Aufklärung sorgen

01.06.2008 | 14:42 Uhr |

René Obermann, Chef der Deutschen Telekom, will die Verantwortlichen der Spitzel-Affäre „ohne Ansehen von Rang und Person“ zur Rechenschaft ziehen. Gleichzeitig versicherte er heute, dass die Kundendaten des Unternehmens sicher seien.

In „Bild am Sonntag“ sagte der Konzernchef weiter: „Ich kann unseren Kunden versichern: Ihre Daten sind bei der Telekom sicher. Daran ändert das Fehlverhalten einiger weniger schwarzer Schafe in der Vergangenheit nichts.“ Für die Telekom und ihn persönlich sei Datenschutz ein wichtiges Anliegen. „Unsere Mitarbeiter leisten gute und saubere Arbeit. Wer jedoch gegen Recht und Gesetz oder Vorschriften der Telekom verstößt, wird ohne Ansehen von Rang und Person zur Rechenschaft gezogen werden.“

Erneut beteuerte der Vorstandsvorsitzende, nicht persönlich in den Skandal verwickelt zu sein. „Ich habe von einem ersten Fall von Datenmissbrauch bei der Telekom im Sommer des vergangenen Jahres erfahren und danach nicht vertuscht, sondern die nötigen personellen und organisatorischen Konsequenzen gezogen.“ Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft würden alles weitere ergeben. „Die Vorgänge müssen aufgeklärt werden – wo immer ich einen Beitrag dazu leisten kann, werde ich das tun.“

Zu Informationen, ein Teil der Spitzeldienste sei von einer seiner Kostenstellen abgebucht worden, sagte Obermann: „Sollte es so gewesen sein, ist dies ohne mein Wissen geschehen. Ich habe diese Rechnung weder gesehen noch unterschrieben. Ich war zum besagten Zeitpunkt erst wenige Tage im Amt. Und übrigens: Wir haben diese Rechnung der Staatsanwaltschaft am 14. Mai vorgelegt.“

Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet hatte, habe der ehemalige Telekom-Sicherheitschef Klaus Trzeschan den Ex-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel und den früheren Konzernchef Kai-Uwe Ricke bei einer konzerninternen Anhörung belastet. So seien die Ermittlungsaufträge von Ricke und Zumwinkel erteilt worden. Gegen beide und sechs andere Verdächtige hat die Bonner Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet.

Ein Teil der Spitzeldienste soll im November 2006 von einer gemeinsamen Kostenstelle Zumwinkels und des frisch angetretenen Telekom-Chefs Obermannn abgebucht worden sein, berichtet der „Spiegel“ weiter. Offenbar sei das Geld von dem damals gemeinsamen Büroleiter der beiden Manager freigegeben worden. Die Politik streitet indessen über mögliche Konsequenzen aus dem Spitzel-Skandal.

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