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Spionage-Software verfolgt Nutzer in sozialen Netzwerken

11.02.2013 | 19:00 Uhr |

Der Rüstungskonzern Raytheon hat eine Spionage-Software entwickelt, die Nutzer in sozialen Netzwerken verfolgen und deren Verhalten voraussagen kann.

Die britische Zeitung The Guardian hat in einem aktuellen Bericht eine besorgniserregende Spionage-Software unter die Lupe genommen. Entwickelt von Raytheon, dem fünftgrößten Rüstungskonzern der Welt, ist Riot (Rapid Information Overlay Technology) in der Lage, Zielpersonen über soziale Netzwerke auszuspionieren. Dabei werden die Profildaten und Aktivitäten von Plattformen wie Facebook, Twitter oder Foursquare in die Beobachtungen einbezogen.

Auf Basis der von Riot gesammelten Informationen können detaillierte Profile erstellt werden, die mit Hilfe der Software sogar bei der Voraussage von zukünftigen Verhaltensweisen hinzugezogen werden können. Laut Raytheon wurde die Software bislang noch nicht an Kunden verkauft. Die US-Regierung habe jedoch bereits Zugriff auf Riot. Das Tool war 2010 im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts zwischen Regierung und Wirtschaft entstanden. Seine Aufgabe: Die Analyse von tausenden Internet-Nutzern als Teil eines nationalen Sicherheitssystems.

In einer Video-Demonstration zeigt Brian Urch von Raytheon die Funktionsweise von Riot. So kann die Software beispielsweise über Fotos in sozialen Netzwerken, die Lieblingsplätze einer Zielperson herausfinden. Unter Einbeziehung von Freunden und GPS-Daten kann das Tool zudem voraussagen, wo sich der Beobachtete in nächster Zeit aufhalten wird.

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Im gezeigten Beispielfall findet Urch heraus, dass seine Zielperson – Raytheon-Mitarbeiter Nick – immer wochentags gegen sechs Uhr im Fitness-Studio anzutreffen ist. Dafür waren lediglich die Standort-Daten von Foursquare nötig, die Nick nichtsahnend in regelmäßigen Abständen veröffentlicht hatte.

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