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Spielerischer Ansatz gegen Spam

29.07.2005 | 16:05 Uhr |

Ein Forscher aus Griechenland schlägt vor Spam-Bekämpfung wie ein Spiel zu betrachten.

Der griechische Forscher Ion Androutsopoulos von der Wirtschschaftsuniversität Athen regt an, man könnte den Kampf mit den Spammern als Spiel betrachten. Die von ihm geleitete Forschungsgruppe hat dazu ein System entwickelt, mit dem Provider und Unternehmen ihre Spam-Filter optimieren sollen. Mit diesem Ansatz sollen sie die beste Balance zwischen nicht erkanntem Spam und fälschlich als Spam detektierten, legitimen Mails finden.

Das Spiel findet zwischen dem Mail-Empfänger und dem Spam-Versender statt. Jeder Spieler erhält ein Konto, auf das Beträge gutgeschrieben oder von dem Spielgeld abgezogen werden kann. Das Spiel modelliert eine Kosten-Nutzen-Analyse für einen gegebenen Spam-Filter.

Der Spammer eröffnet das Spiel, indem er entscheidet, ob er Spam sendet oder nicht. Der nächste Zug liegt beim Empfänger - liest er alle Mails oder nicht. Dazwischen sitzt der Spam-Filter, der jede Mail bewertet, ob es Spam ist oder eine legitime Mail.

Für jede legitime Mail, die der Filter durchlässt, erhält der Empfänger eine Gutschrift, fälschlich ausgefilterte Mails zählen als Kosten und so wird etwas von seinem Konto abgezogen. Das Konto des Spammers wiederum erhält Gutschriften für jede Spam-Mail, die nicht erkannt wird. Jede Mail, die der Spammer sendet, zählt als Kostenpunkt. Zur Auswertung benötigt man dann nur noch die Zahl der Fehlbewertungen (positive wie negative) des jeweiligen Mail-Filters.

Die Forscher haben das Modell in einem Satz von Gleichungen formuliert. Sie ergeben vier Kennzahlen, die Kosten und Nutzen für Mail-Emfänger und Spam-Versender ausweisen. Ion Androutsopoulos stellte seine Arbeit unter dem Titel "A Game Theoretic Model of Spam E-Mailing" (PDF) in dieser Woche auf einer Anti-Spam Konferenz an der Universität von Stanford in Kalifornien vor.

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