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gamescom setzt Jugendschutz-Schwerpunkt

28.06.2009 | 15:53 Uhr |

In weniger als zwei Monaten feiert die gamescom, Europas neue Leitmesse für interaktive Unterhaltung, Premiere in Köln. Während sich der Veranstalter Koelnmesse und die deutsche Computer- und Videospielindustrie bereits jetzt über die Zusage von mehr als 300 Ausstellern aus 25 verschiedenen Ländern freuen, die auf insgesamt über 120.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche ihre neuesten Game-Produktionen präsentieren, erwartet die Besucher auch ein umfassendes Informations- und Aufklärungsprogramm.

Im Zentrum des Interesses steht dabei vor allem das Thema Jugendschutz, dem ein besonderer Schwerpunkt auf der gamescom gewidmet werden soll. "Wir wollen nicht nur die neuesten Spiele zeigen, sondern auch wichtige Aufklärungsarbeit rund um das in Deutschland oft sehr einseitig wahrgenommene Thema Games leisten. Auf diese Weise sollen Vorurteile abgebaut und ein gemeinsamer Dialog angeregt werde", erklärt Olaf Wolters, Geschäftsführer des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware ( BIU ), gegenüber pressetext.

"Wenn es um interaktive Medien und den richtigen Umgang mit ihnen geht, befinden sich Jugendliche, Eltern, Pädagogen und die Politik in einem komplexen Spannungsfeld", heißt es im gamescom -Vorbericht der Koelnmesse. Dessen sei man sich als Veranstalter der Spielemesse durchaus bewusst, und wolle daher dem Thema Jugendschutz, Medienpädagogik und Medienkompetenz einen besonderen Stellenwert einräumen. "Jugendschutz ist in Deutschland natürlich immer ein Thema. Eine umfassende Information und Aufklärung ist in diesem Zusammenhang ein grundsätzlich enorm wichtiger Aspekt", betont Wolters. Dem BIU-Geschäftsführer zufolge sei das Thema Games nach den tragischen Ereignissen in Winnenden wieder zunehmend in ein schlechtes Licht gerückt worden. "Gerade deshalb ist es besonders wichtig, der Öffentlichkeit klar zu machen, wie vielseitig die Branche eigentlich ist und etwaige Berührungsängste und Vorurteile abzubauen", so Wolters.

Die gamescom wird unter dem Titel "gamesCompetence" eine Vielzahl von Inhalten vereinen, bei denen Jugendschutz, die Vermittlung von Medienkompetenz, Medienpädagogik, der richtige Umgang mit Games sowie entsprechende Weiterbildungsangebote im Vordergrund stehen. Die Palette reicht dabei von praktischen Anwendungen und Tipps zur altersgerechten Nutzung von Spielen hin zu politischen Spitzengesprächen. "Zusätzlich organisiert die Landesregierung Nordrhein-Westfalens gemeinsam mit der Stadt Köln, der Landesanstalt für Medien und dem BIU den gamescom Kongress 2009, der interessante Themen für Jugendliche, Eltern, Erzieher und Industrie bereithält", ergänzt Wolters. Im Kongressprogramm enthalten sind Ausstellungen, Showcases, Interviews mit Profi-Gamern, geführte Rundgänge und ein Eltern-LAN. "Letzteres bietet Eltern die Möglichkeit, sich unter der Anleitung von Experten selbst ein Bild von der Spielewelt zu machen, in der sich ihre Kinder bewegen", erläutert Wolters.

Die gamescom hatte bislang unter dem Namen Games Convention als europäische Leitmesse in Leipzig stattgefunden. Anfang 2008 wurde dann auf Initiative des BIU der Umzug nach Köln beschlossen. Als Grund hierfür gab der Branchenverband damals gegenüber pressetext vor allem die "bessere Infrastruktur am Messestandort Köln" an. "Wir sind mit der Umzugsentscheidung sehr zufrieden, unsere Erwartungen an den neuen Messestandort haben sich bislang zu hundert Prozent erfüllt", so Wolters abschließend. (pte)

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