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Spielefirmen verklagt

25.04.2001 | 15:39 Uhr |

Die Spieleindustrie sieht sich in den USA mit einer Klage konfrontiert. Darin fordern die Hinterbliebenen des Columbine-Amoklaufs fünf Milliarden Schmerzensgeld, da die Unternehmen gewalttätige Spiele vertreiben. Unter den angeklagten Firmen befinden sich Nintendo und Sony.

Vor drei Jahren ereignete sich ein Amoklauf an der Columbine-Highschool in Littleton, Colorado. Am 20. April 1999 töteten zwei Schüler 13 Menschen und richteten sich anschließend selbst. Jetzt sieht sich die Spieleindustrie mit einer Klage der Hinterbliebenen konfrontiert.

Gewalttätige Spiele sollen der Grund für das Massaker gewesen sein, argumentieren die hinterbliebenen Familien. Unter den angeklagten Firmen sind Activison, AOL Time Warner, Nintendo, Sony, id-Software und 20 weitere Unternehmen. Die Kläger fordern insgesamt 5,15 Milliarden Dollar Schmerzensgeld von den Spielefirmen. Auslöser des Massakers soll laut Anklage das Spiel "Doom" gewesen sein, dass die Schüler beeinflusst und zur Tat animiert habe.

"Ziel der Anklage ist eine Veränderung des Marketings und Vertriebes von gewalttätigen Spielen", so John DeCamp, der Anwalt der Kläger. Insbesondere Ego-Shooter, die die Jugendlichen, laut DeCamp, "süchtig machen und in die Rolle von Monster-Killern versetzen" sind im Visier der Kläger.

Eltern eines in Littleton verletzten Schülers haben ein Schreiben an id-Software, den Hersteller von Doom, gerichtet. Darin forderten sie von der Firma bis zum 30. April den Verkauf von "Erwachsenen-Spielen" an Minderjährige zu unterbinden.

Ob die Klage erfolgreich sein wird bleibt abzuwarten - ein ähnlicher Fall wurde 1997 nach einem Amoklauf in Kentucky abgewiesen. (PC-WELT, 25.04.2001, lb)

Klage gegen Telekom (PC-WELT Online, 23.04.2001)

Erneute Klage gegen Napster (PC-WELT Online, 24.03.2001)

Milliarden-Klage gegen Microsoft (PC-WELT Online, 03.01.2001)

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