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Uncharted: Drakes Schicksal

13.12.2007 | 15:13 Uhr |

In der Vorweihnachtszeit kommen Spiele-Fans in der Regel kaum zur Ruhe: Zu keiner anderen Zeit des Jahres werden derart viele Spieletitel auf den Markt gebracht. Hier die Spreu vom Weizen zu trennen fällt mitunter schwer. Wir helfen Ihnen dabei, mit unserem Spiele-Tipp zum Weihnachtsfest.

Tomb Raider meets Indiana-Jones-Verschnitt - wer so voreilig den Abenteuer-Action-Titel Uncharted: Drakes Schicksal abtun möchte, liegt falsch. Sicherlich sind viele Elemente Genre-Fans längst bekannt, doch den Entwicklern von Naughty Dogs ist es gelungen, altbewährtes in ein spannendes, kurzweiliges Action-Vergnügen zu verwandeln.

In Uncharted: Drakes Schicksal übernehmen Sie die Rolle von Nathan Drake, einem Nachfahren des berühmten Seefahrers Sir Francis Drake. Nathan ist seines Zeichens Schatzsucher und hebt zu Beginn des Spiels den Sarg seines Vorfahrens aus dem Meer. Darin befindet sich ein Tagebuch, das Hinweise auf den sagenhaften Schatz von El Dorado enthält - das Abenteuer kann beginnen.

Uncharted: Drakes Schicksal bedient sich klassischen Elementen der Genre Action und Puzzle, wie sie auch aus den diversen Tomb-Raider-Titeln bekannt sind. Es gilt also, Puzzle zu lösen und sich gegen Bösewichter zu wehren, die Ihnen ans Leder wollen. Sind Sie zu Beginn des Spiels nur zu Fuß unterwegs, kommen gegen Ende auch Fahrzeuge hinzu, die Sie für Verfolgungsjagden nutzen können. Für Abenteuer-Fans etwas enttäuschend ist, dass der Action-Teil mit Schusswechseln überwiegt und die Puzzles ein wenig zu leicht ausgefallen sind. Die Kletterpassagen sind weitgehend fair, ab und an sorgt jedoch eine störrische Kameraperspektive für unfreiwillige Stürze ins Leere. Dafür sind die Rücksetzpunkte sehr Spieler-freundlich gesetzt, in der Regel befinden Sie sich im Falle eines Falles fast direkt an der Stelle wieder, an der Sie zuvor gescheitert sind. Speichern ist zudem jederzeit möglich. Auch die Story weiß zu unterhalten.

Zu Wasser, zu Lande und in der Luft, Nathan ist flexibel
Vergrößern Zu Wasser, zu Lande und in der Luft, Nathan ist flexibel
© 2014

Highlight von Uncharted: Drakes Schicksal ist eindeutig die Optik. Zwar gibt es an wenigen Stellen, an denen sehr viel los ist, leichte Einbrüche bei der Framerate, ansonsten wirkt die Grafik wie aus einem Guss und erfreut das Auge mit teils atemberaubender Grafik. Uncharted: Drakes Schicksal ist in diesem Zusammenhang der derzeit am besten aussehende Titel auf der Playstation 3. An manchen Stellen ist die Grafik (gerade im Dschungel) vielleicht ein wenig zu bunt geraten, dafür sind andere Schauplätze - von diffusem Licht im Sonnenuntergang beleuchtet - sehr realistisch getroffen. Die Innenlevel fallen naturgemäß in Sachen Grafik gegen die Außenszenen ab, aber auch hier gibt es das ein oder andere Detail, das Uncharted: Drakes Schicksal von ähnlich gelagerten Spielen abhebt. Daneben gibt es grafische Details, die zwar nicht wichtig für das Spiel sind, aber die Atmosphäre ungemein erhöhen - beispielsweise wird Nathan sichtbar nass, sobald er ins Wasser steigt oder schwimmt. Dies ist zwar nicht neu (im letzten Teil von Tomb Raider wurde Lara beim Schwimmen ebenfalls optisch "nass"), sieht dafür aber gut aus.

Sehr gut gelungen sind auch die Bewegungsanimationen des Hauptcharakters Nathan. Verschiedene Animationen wie etwa Laufen, Nachladen oder Springen greifen ineinander über, so dass fast der Eindruck entstehen könnte, auf dem Bildschirm läuft ein Spielfilm ab. Durch kleinere Ruckler wird dieser Eindruck aber wieder ein wenig zurück genommen, nichtsdestotrotz ist Nathan einer der bestanimiertesten Spielehelden.

Und beweglich sollte er sein, vor allem im Kampf gegen seine Widersacher. Da heißt es schnell in Deckung gehen, Granaten ausweichen oder auch mal die Fäuste sprechen zu lassen. Auf eine Lebensanzeige wurde dabei übrigens verzichtet, dafür verliert das Bild mit jedem Treffer an Farbe. Ist der Bildschirm schwarz-weiß, hat also das letzte Stündlein fast geschlagen. Aufgefrischt wird die Lebensenergie, sobald sich Nathan ein wenig ausruhen kann.

Sammel-Fans finden in den Leveln an gut versteckten oder schwer zugänglichen Orten kleinere Schätze, die wiederum diverses Bonusmaterial freischalten. Dazu gehören etwa Videos oder neue Waffen.

Trotz der kleineren Macken: Mit Uncharted: Drakes Schicksal ist Sony ein kurzweiliger, spannender Action-Titel gelungen, den sich Playstation-3-Besitzer nicht entgehen lassen sollten. Leider ist der Titel recht kurz geraten, geübte Spieler sind nach sieben bis acht Stunden durch. In der relativ knappen Zeit werden sie aber vorzüglich unterhalten. Der Titel ist freigegeben ab 16 Jahre, ab sofort im Handel erhältlich und kostet rund 60 Euro.

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