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Spiele-Piraterie doch nicht so verbreitet wie erwartet?

21.05.2013 | 05:01 Uhr |

Die Videospiel-Industrie beklagt Verluste in Millionenhöhe durch die massive Verbreitung von illegalen Kopien ihrer Produkte. Eine Studie stellt das Ausmaß der Piraterie nun allerdings in Frage.

Auch wenn die Videospiel-Industrie derzeit intensiv darum bemüht ist, den Handel mit gebrauchten Spielen zu unterbinden oder zumindest zu erschweren, sind die Raubkopierer den Machern von Videospielen ein noch viel größerer Dorn im Auge. Die Entertainment Software Association hat allein im Dezember 2009 zehn Millionen illegal heruntergeladene Spiele gezählt. Eine Studie von Andreas Drachen und Robert Veitch zweifelt diese Zahl jetzt allerdings stark an.

An der Aalborg University, der University of Waterloo und der Copenhagen Business School haben Drachen und Veitch einen Web-Crawler eingesetzt, der drei Monate lang von 2010 bis 2011 rund 173 Spiele auf 14 unterschiedlichen Plattformen beobachtet hat. Der Web-Crawler zählte in diesem Zeitraum insgesamt 12,6 Millionen heruntergeladene Spiele über Peer-to-Peer-Netzwerke aus 250 Gebieten. Dies sei die größte Untersuchung, die bislang zum Theme Spiele-Piraterie durchgeführt wurde.

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Damit liegt die Zahl der illegalen Videospielkopien deutlich unter der angenommen Menge, die von der Entertainment Software Association ermittelt wurde. Drachen bekräftige allerdings, dass man mit der Studie das Thema nicht herunterspielen wolle. Ziel der Studie sei es lediglich gewesen, das Ausmaß der Spiele-Piraterie zu objektivieren. Bei den Beobachtungen sei ebenso interessant gewesen, dass nicht unbedingt überwiegend Shooter illegal heruntergeladen werden, wie bislang angenommen, sondern auch viele Familien- und Kinderspiele.

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