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Speicherchip in der Größe eines Blutkörperchens

28.01.2007 | 14:06 Uhr |

US-Forscher haben einen Speicherchip entwickelt der lediglich die Größe eines weißen Blutkörperchens hat.

Der Speicherplatz von 20 Kilobyte reicht zwar gerade einmal aus, um ein Text-Dokument abzulegen, aufgrund der winzigen Abmessungen des Chips erreichten die beiden Wissenschaftler James Heath und J. Fraser Stoddart vom California Institute of Technology damit aber die größte Speicherdichte in der bisherigen Halbleitergeschichte.

Wie die National Science Foundation berichtet, verwendeten die Forscher bei der Entwicklung des Prototypen eine neue Produktionsmethode auf molekularer Basis. Dabei werden die 160.000 Datenbits in einem Gitternetz angeordnet. 400 Siliziumdrähte kreuzen 400 Titandrähten, jeder von ihnen 16 Nanometer dick. Die Verbindungen zwischen den Drähten entstehen durch molekulare Schalter.

"Unsere Forschung ist das einzige Beispiel dafür, wie molekularer Speicher mit extrem hoher Datendichte in einen Chip integriert und getestet werden kann. Zudem wenden wir eine zweckmäßige Architektur an, bei der es deutlich ist, wie Informationen geschrieben und gelesen werden können", so Stoddart. Kürzlich konnte Fujitsu den aktuellsten Durchbruch in Punkto Speicherdichte verzeichnen. Mit Hilfe der "patterned Media"-Technologie können Bits in 25 Nanometer großen Vertiefungen abgelegt werden.

Die US-Wissenschaftler Stoddart und Heath forschen bereits seit den 90er-Jahren an ihrem Molekularspeicher. Der Prototyp weist die 40-fache Datendichte als bisherige Speicherchips auf. Wie Heath betonte, sei in späteren Generationen möglicherweise sogar eine Steigerung um den Faktor zehn möglich. Ob sich die neue Technologie auch für eine Massenproduktion eignet, ist noch nicht geklärt, denn der Hauptbestandteil des Speichers, der molekulare Schalter, lässt sich möglicherweise nur mit einem sehr hohen Kostenaufwand herstellen.

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