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Spear Phishing auf dem Vormarsch

28.10.2005 | 14:52 Uhr |

Wirtschaftsspionage: Gezielte Phishing-Angriffe auf Unternehmen haben sich verzehnfacht.

Um an vertrauliche Unternehmensdaten zu gelangen, nutzen Täter auch Techniken aus dem Bereich Social Engineering. Eine kürzlich vorgestellte Studie von Greenview Data zeigt, dass sich die Angriffe nach dem Prinzip des so genannten "Spear Phishing" seit Anfang dieses Jahres verzehnfacht haben.

Im Gegensatz zu den bekannten Phishing-Kampagnen, die auf Zugangsdaten zum Online-Banking privater Internet-Nutzer zielen, geht es beim so genannten "Spear Phishing" um Unternehmensinformationen. Die Täter versenden gezielt Mails an Angestellte, um in geschützte Netzwerke einzudringen. Die Absender geben sich zum Beispiel als Kollegen oder Vorgesetzte aus, fragen unter einem Vorwand nach Passwörtern und Benutzernamen.

Dazu müssen sie im Vorfeld wesentlich mehr Aufwand betreiben als bei massenhaft versandten PhishinGoogle-Mails der üblichen Art. Sie müssen das Zielunternehmen genau studieren, Namen von Angestellten und deren Position im Unternehmen ermitteln. Dazu rufen sie beispielsweise in der Firma an und geben sich als Kunde oder Lieferant aus, fragen nach den für bestimmte Dinge zuständigen Personen und deren Mail-Adressen.

Ferner suchen die Täter im Internet, auch auf der Website des Unternehmens, nach allen Informationen, die für ihre Zwecke nützlich sein könnten. Haben sie dann Personen identifiziert, die lohnende Opfer sein könnten, senden sie ihre Mails. Erhalten sie die gewünschten Zugangsdaten, dringen sie in das interne Netzwerk ein und installieren Spionage-Programme. Diese sammeln vertrauliche Informationen und senden sie an die Täter.

Die ausspionierten Informationen können die Täter dann an ihre Auftraggeber, oft Konkurrenten des bespitzelten Unternehmens, weiter verkaufen. Die Informationen können aber auch für Erpressungen oder Betrügereien genutzt werden. Das öffentliche Ansehen einer Firma kann erheblichen Schaden erleiden, wenn solche Angriffe erfolgreich sind und bekannt werden. Dies zieht dann meist auch wirtschaftliche Schäden nach sich.

Sie sollten also am Arbeitsplatz stets sehr vorsichtig sein, wem sie welche Informationen geben. Anfragen nach eigentlich vertraulichen Informationen, die von Kollegen, Vorgesetzten oder der IT-Abteilung zu kommen scheinen, sollten Sie durch telefonische Rückfrage bei der betreffenden Person absichern. Die geschulte Aufmerksamkeit von Angestellten, insbesondere solchen mit vielen Außenkontakten, ist die wirksamste Abwehrmaßnahme gegen derartige Angriffe.

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