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Nokia drosselt Handy-Produktion

Der größte Handyhersteller der Welt will sich gesund schrumpfen. Nokia hat einen kompletten Entwicklungsstandort in Finnland geschlossen und alle Angestellten entlassen. Das wichtigste Werk im finnischen Salo schickt seine 2500 Mitarbeiter in eine rotierende Kurzarbeit, bei der immer 20 bis 30 Prozent der Angestellten zu Hause bleiben müssen.

Nokia fährt seine Handyproduktion zurück und entlässt die 320 Angestellten seines Entwicklungszentrums in Jyväskylä. Das hat das Unternehmen mit einer Pressemitteilung bekanntgegeben. Das wichtigste Werk im finnischen Salo schickt seine 2500 Mitarbeiter in eine rotierende Kurzarbeit, bei der immer 20 bis 30 Prozent der Angestellten zu Hause bleiben müssen. Diese Form der Teilzeitarbeitslosigkeit sei im finnischen Arbeitsrecht verankert und außerdem üblich, um die Produktion der wechselnden Nachfrage anpassen zu können. In Salo seien alle Hierarchie-Ebenen davon betroffen.

Der Standort ist die letzte große Handyfabrik in Westeuropa, nachdem Nokia die Produktion in Bochum eingestellt hat. Die Finnen stellen dort vor allem Smartphones her. "Wir wollen die Produktion in Salo herunterfahren und der geringeren Nachfrage des Marktes anpassen, aber die Arbeitsabläufe nicht unterbrechen", sagt der zuständige Nokia-Manager Juha Putkiranta. Die heute verkündeten Kürzungen sind Teil eines harten Sparprogramms, das Nokia bereits früher verkündet hatte.

Die jährlichen Kosten der Handyproduktion sollen um mehr als 700 Millionen Euro sinken, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters . Das Zentrum für Forschung und Entwicklung im südfinnischen Jyväskylä wird geschlossen und alle 320 Beschäftigten entlassen. Die Handyentwicklung wird auf die bestehenden Standorte in Tampere, Oulu, Salo und Helsinki konzentriert. Weltweit werden außerdem 90 Angestellte von Nokia entlassen.

Die Geschäftszahlen für das vierte Quartal hatten gezeigt, dass die Boom-Jahre für den Brachenprimus vorbei sind. Der Handyabsatz sank im Jahresvergleich um 15 Prozent auf 113,1 Millionen verkaufte Geräte. Selbst im Vergleich mit dem dritten Quartal 2008 ging der Handyabsatz um 4,7 Millionen Geräte zurück - trotz des Weihnachtsgeschäftes. Der Marktanteil von Nokia schrumpfte von 38 auf 37 Prozent. Noch schlimmer sieht es beim Blick auf Umsatz und Gewinn aus. Der operative Gewinn sank im Jahresvergleich um 80 Prozent auf 492 Millionen Euro.

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