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Spammer werden vorsichtiger

21.02.2006 | 14:27 Uhr |

Spam-Versender nutzen inzwischen mehr Bots und senden weniger Mails pro gekaperten Rechner.

Die Versender unerwünschter Werbe-Mails übernehmen eine Taktik, die in Kreisen von Malware-Verbreitern schon seit geraumer Zeit üblich ist. Sie versuchen sich vor frühzeitiger Entdeckung zu schützen, indem sie den Mail-Versand breiter streuen. Dies berichtet das Sicherheitsunternehmen Black Spider Technologies .

Inzwischen wird der überwiegende Teil der Spam-Mails über fremdgesteuerte Computer verschickt. Spammer mieten oder kaufen Botnets von den Botmastern, die solche Netze von ihnen über Trojanische Pferde kontrollierter Rechner aufgebaut haben. Dann benutzen sie diese Rechner zum massenhaften Versand von Werbe-Mails.

Vor einiger Zeit war es noch Standard, pro gekaperten Rechner so viele Mails wie möglich zu versenden, bevor der Computer desinfiziert wird. Inzwischen haben die Spammer ihre Taktik mehr darauf ausgerichtet nicht so schnell entdeckt zu werden. Sie benutzen größere Botnets mit mehreren 10.000 so genannten "Zombies" und schicken pro Rechner nur so wenige Mails pro Stunde heraus, dass die Benutzer davon nichts merken.

Auch bei den Dienstleistern, die Mail-Filter betreiben, wie etwa Black Spider, fällt ein gekaperter PC nicht mehr so schnell auf und landet nicht gleich auf einer Sperrliste. Somit erhöht sich die mögliche Nutzungsdauer eines Zombie-PCs für die Spammer. Die Gesamtmenge versandter Spam-Mails bleibt davon unberührt.

Im Malware-Bereich wird eine ähnliche Vorgehensweise bereits seit mehr als einem Jahr erfolgreich angewandt. Durch kleinere, regional begrenzte Ausbreitungswellen unterfliegen die Verteiler digitaler Schädlinge das Radar der Antivirus-Hersteller. Bevor diese reagieren, hat die Flutwelle ihren Höhepunkt schon überschritten. Die Zahl spektakulärer Virenausbrüche ist daher stark zurückgegangen.

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